Auch in Zukunft wollen wir doppelt so schnell wachsen wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Dabei profitieren wir von den Megatrends Urbanisierung und demographischer Wandel. Die Herausforderungen, die mit diesen Megatrends in Zusammenhang stehen, bestimmen die Nachfrage unserer Kunden. Die sich daraus ergebenden Geschäftschancen wollen wir für uns nutzen. Bereits jetzt sind wir dafür, wie kaum ein anderes Unternehmen weltweit, hervorragend aufgestellt.
Wirklich dauerhaft ist Wachstum nur, wenn es auch profitabel ist. Unser Ziel ist deshalb, in allen Geschäftsbereichen die Profitabilität unserer besten Wettbewerber zu erreichen oder zu übertreffen. Ein erster wichtiger Schritt ist durch das Erreichen der Fit4More-Zielmargen in allen Bereichen im zweiten Quartal 2007 bereits getan – dennoch sehen wir weiteres Verbesserungspotenzial. Deshalb haben wir die Margenbänder für acht von zehn Bereichen angehoben. Diese sind Automation and Drives (A&D), Industrial Solutions and Services (I&S), Power Generation (PG), Power Transmission and Distribution (PTD), Medical Solutions (Med), OSRAM und Siemens Financial Services (SFS). Einige dieser Bereiche profitieren von einem sehr guten Marktumfeld, aber auch davon, dass wir die Akquisitionen der vergangenen Jahre erfolgreich integrieren konnten. Auch für Siemens IT Solutions and Services (SIS) wurde die Zielmarge erhöht. Der Bereich hat die notwendige Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen.

Durch die jüngsten Akquisitionen von Diagnostic Products Corporation (DPC), Bayer Diagnostics und zuletzt Dade Behring hat Siemens Medical seinen adressierbaren Gesamtmarkt auf 57 Milliarden Euro verdoppelt und sich dabei weitere attraktive Marktsegmente erschlossen. Vor diesem Hintergrund haben wir das Zielband für die operative Marge bei Med auf 14 bis 17 Prozent angehoben.
Ob wir erfolgreich genug sind, bestimmt sich aber nicht allein durch ausreichendes Wachstum und Margenqualität. Genauso wichtig ist es, dass der Gewinn in einem angemessenen Verhältnis zum eingesetzten Kapital steht, dass wir in ausreichendem Maße Cash generieren und dass wir unsere Kapitalstruktur optimieren.
Für den Konzern werden wir in Zukunft den Return on Capital Employed (ROCE) als Zielgröße für die Rendite des eingesetzten Kapitals ausweisen. Wir wollen dabei eine Verzinsung von 14 bis 16 Prozent erreichen. Der ROCE ist eine international übliche und für Zwecke des Unternehmensvergleichs gut geeignete Kennzahl; sie kann direkt aus der externen Finanzberichterstattung errechnet werden. Dabei wird dem Gewinn des Unternehmens (vor Zinsen) das gesamte eingesetzte Kapital gegenübergestellt. Wir stehen auch hier im Wettbewerb: Unsere Hauptkonkurrenten erzielen weitestgehend eine bessere Kapitalverzinsung; zu ihnen müssen wir aufschließen.
Als Zielgröße für den Konzern-Cashflow dient die Cash Conversion Rate (CCR). Die CCR gibt das Verhältnis zwischen dem erzielten Cashflow und dem erwirtschafteten Gewinn an, das heißt, sie zeigt, wie viel vom Gewinn als Cash im Unternehmen ankommt. Zukünftig wollen wir eine CCR von mindestens eins abzüglich unserer Wachstumsrate erzielen. Das Cash-Conversion-Ziel haben wir abhängig vom Wachstum definiert, da Wachstum in der Regel höhere Investitionen und ein höheres Net Working Capital bedingt. Beispiele hierfür sind Investitionen in neue Produktionskapazitäten oder die Aufstockung von Vorräten für eine höhere Nachfrage. Die festgelegten Ziele reflektieren somit unseren Anspruch an ein kapitaleffizientes Wachstum.
Erstmals haben wir zusätzlich eine Zielgröße zur Optimierung der Kapitalstruktur definiert. Diese wird ausgedrückt durch das Verhältnis von bereinigter, industrieller Nettoverschuldung zu unserem EBITDA. Die Kapitalstruktur soll sich bis 2010 in einem Zielkorridor zwischen 0,8 und 1,0 bewegen. Durch diese Maßnahme komplettieren wir das Zielgrößensystem unseres Fit4 2010-Programms.
Vielen Dank für Ihr Interesse am Siemens-Geschäftsbericht 2007.
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