OP der Zukunft
auf den Punkt ...
▄ Die Medizintechnik, die den Operationssaal der Zukunft begleitet, wird geprägt sein durch Computertechnik, hochaufgelöste bildgebende Verfahren, informationstechnische Vernetzung, minimal-invasive Chirurgie und Robotertechnik. Ärzte, Techniker, Ingenieure und Informatiker werden künftig verstärkt zusammenarbeiten
▄ Die Ärzte werden Operationen präzise im Voraus planen, etwa indem sie virtuelle Flüge durch den Körper simulieren. Damit erhält der Patient eine individuell auf ihn zugeschnittene Operation
▄ Die operationsbegleitende Bildgebung wird insbesondere für die Navigation von Instrumenten und Endoskopen eine bedeutende Rolle spielen. Der OP von morgen wird eine Vielzahl von bildgebenden Geräten beherbergen
▄ Zugleich werden die operierenden Ärzte via Kliniknetz Zugriff auf alle Daten des Patienten haben, die sie sich bei Bedarf sprachgesteuert ins Sichtfeld einblenden lassen können. Diese In-Situ-Visualisierung wird die Technologie der Augmented Reality nutzen, die Computerdaten mit Realbildern verschmilzt. Dies geschieht entweder über einen Datenhelm oder auf halbdurchlässigen Scheiben, die der Arzt über den OP-Tisch einschwenken kann. Da die Computerdaten, etwa 3D-Bilder anatomischer Strukturen, in Größe, Form und Position an genau der richtigen Stelle eingeblendet werden, wird der Patient für den Chirurgen sozusagen transparent
▄ Immer mehr Operationen, insbesondere die minimal-invasiven Eingriffe, werden künftig mit Roboterhilfe erfolgen. Derzeit gibt es weltweit allerdings nur etwa 200 Medizinroboter, die Patienten operieren. Sie arbeiten ungleich präziser als die menschliche Hand und erhöhen somit die Qualität der medizinischen Versorgung. Doch auch in Zukunft werden sie nicht selbstständig operieren, sondern den Chirurgen unterstützen. Telechirurgie und Telekonsultation bleiben aus Sicht vieler Mediziner fragwürdig, denn die Verantwortung liegt stets beim Chirurgen vor Ort
▄ Computer werden auch bei der Diagnoseerstellung und Therapieplanung von Nutzen sein. Mit ihrer Hilfe können zum Beispiel Radiologen in kurzer Zeit große Mengen an Computertomographie-Bildern betrachten und verdächtige Regionen analysieren
▄ Auf mikrobiologischer Ebene wird es zahlreiche wichtige Neuerungen geben, so etwa Verfahren, mit denen verschiedene Tumorarten über die Fluoreszenz von enzymspezifischen Markern unterschieden werden können, oder Mikrochips, die tausende von Gen- und später auch Proteintests gleichzeitig durchführen. Gerade derartige Tests könnten in Zukunft helfen, die Behandlungschancen vieler Krankheiten durch Früherkennung deutlich zu verbessern
Siemens Medical Solutions
Dr. Gerd Wessels, MED SP Solutions gerd.wessels@siemens.com
Siemens Corporate Research
Frank Sauer sauer.frank@siemens.com
MITI: www.miti.med.tum.de
Uni-Klinik Mainz,Neurochirurgie: www.klinik.uni-mainz.de/Neurochir
Unfallklinik Frankfurt, Robodoc: www.unfallklinik-frankfurt.de
Charité Berlin, Surgical Robotics Lab: www.srl-berlin.de
Siemens Corporate Research: www.scr.siemens.com
UCLA Research, Neurosurgery:
www.neurosurgery.medsch.ucla. edu/index.html
Center for Medical Robotics and Computer Assisted Surgery:
www.mrcas.ri.cmu.edu
Grönemeyer, D.: Deutschland, Standort mit Zukunft, Springer (2000)
Lüth, T.: Technische Multi-Agenten-Systeme, Hanser (1998)
Prassler, E.; Dillmann, R.; Kuntze, H.-B. (Hrsg.): Robotik in Deutschland, Shaker (1998)
Sauer, F. et.al.: A head mounted display system for Augmented Reality Image Guidance, Lecture Notes in Computer Science (2001)
Anfragen an: sauer.frank@siemens.com