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Corporate Technology – Energietechnik

Energiequelle Siemens

 Zeitschriften        Pictures of the Future Herbst 2005      

Die Geschichte der Energietechnik ist von Siemens geprägt: Den Anfang machte Werner von Siemens mit seiner Dynamomaschine. Seine Nachfolger entwickeln umweltfreundliche Kraftwerke, supraleitende Motoren und Brennstoffzellen.

GuD-Kraftwerk

Bahnbrechende Erfindungen: vom Dynamo, mit dem Siemens 1866 die Elektrotechnik begründete (links) bis zum GuD-Kraftwerk höchster Effizienz  – das in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Meerwasser-Entsalzung gekoppelt ist (oben). Gasturbinenschaufeln widerstehen extremen Belastungen (Mitte) und supraleitende Motoren könnten Schiffsantriebe revolutionieren (rechts)

Dynamo
Turbinenschaufeln
Supraleitender Motor

Wer den Spuren des elektrischen Stroms folgt, stößt früher oder später auf den Namen Siemens – oft schon beim eigenen Sicherungskasten, dann beim Trafohäuschen, der Umspannstation oder dem Kraftwerk. Die Transformatoren, Steuerungen und Generatoren, die einem dabei begegnen, tragen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Schriftzug SIEMENS.

 

Die Stromerzeugung und sogar die Bezeichnung Elektrotechnik sind aufs Engste mit dem Firmengründer verbunden: Werner von Siemens entdeckte 1866 das dynamoelektrische Prinzip und ließ sich 1867 die dynamoelektrische Maschine patentieren. Sie erzeugte erstmals das für die Stromgewinnung nötige Magnetfeld selbst, indem der Strom über einen Elektromagneten geführt wird. Wird dieser Dynamo mechanisch angetrieben, baut sich ein Feld auf, das sich hervorragend zur Stromerzeugung eignet.

Siemens erkannte die Tragweite seiner Erfindung sofort: Durch Verbindung seines Dynamos mit einer Dampfmaschine erzeugte er große Mengen Gleichstrom, der ideal war, um die damals üblichen Bogenlampen mit Energie zu versorgen. Speiste man umgekehrt Strom in den Dynamo, verwandelte er sich in einen zugkräftigen Motor. "Die Sache ist sehr ausbildungsfähig", schwärmte Werner von Siemens in einem Brief an seinen Bruder Wilhelm und prophezeite, dass "kleine elektromagnetische Maschinen, die Kraft von großen erhalten, möglich und nützlich werden". Seine Vision ist heute Realität: Große Kraftwerke speisen viele kleine Abnehmer.

 Die Firma Siemens beschloss, sich vor allem über die Qualität ihrer Ingenieursarbeit von der Konkurrenz zu unterscheiden. Mit Oskar Frölich stellte Siemens 1873 den ersten Physiker ein, um den Magnetismus zu ergründen. Ab der Jahrhundertwende heizten die neuen Metallfaden-Glühlampen (siehe "Es werde Licht") die Stromnachfrage weiter an. Um die Zentralstationen, die damaligen Energieversorgungsunternehmen, zu versorgen, baute Siemens neben Generatoren und Transformatoren ab 1927 auch Dampfturbinen und erreichte immer höhere Wirkungsgrade. Der Schlüssel dazu lag und liegt heute noch in der Entwicklung hochtemperaturfester Werkstoffe.

Das gilt besonders für Gasturbinen. Sie werden direkt durch brennende Gase angetrieben – ganz so, wie sich schon 1873 ein preußischer Erfinder eine Feuerturbine vorstellte: Treibstoff wird in verdichtete Luft geblasen und gezündet. Die Gase treiben schnell rotierende Turbinenschaufeln an, die ihre Kraft an einen Generator weitergeben. Im Innern einer Feuerturbine herrschen ungemütliche Zustände: Temperaturen über 1400 °C und Drücke von 17 bar. Besonders belastete Teile wie die vorderen Turbinenschaufeln werden daher als Einkristall aus einer Schmelze gezogen. Zusätzlich schützt sie eine keramische Schutzschicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten Siemens-Ingenieure Gasturbinen zur Serienreife. 1961 erhielt das Kraftwerk München-Obersendling die erste von mittlerweile etwa 500 Siemens-Gasturbinen. Zunächst bewährten sie sich als Einspringer. Während ein Dampfkraftwerk Stunden braucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen, speist die Gasturbine bereits nach wenigen Minuten Energie ins Netz. Heute baut Siemens vor allem Kombinationen aus Gas- und Dampfturbinen (GuD). Dazu leitet man die etwa 600 °C heißen Abgase der Gasturbine in einen Kessel, in dem Dampf erzeugt wird, um eine nachgeschaltete Dampfturbine anzutreiben – im Verhältnis von etwa zwei Drittel zu einem Drittel erzeugen beide Strom.

 
 
 
 
 
 
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