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Pictures of the Future      Herbst 2005

Corporate Technology –Kommunikationstechnik

Das Kommunikationszeitalter

Zwischen dem Zeigertelegrafen, mit dem Werner von Siemens 1847 den Grundstein für die Weltfirma legte, und der Kommunikationstechnik von heute liegen Lichtjahre. Nun geht es ums Zusammenwachsen von Festnetz, Mobilfunk, Internet und Fernsehen – und wieder ist Siemens vorne mit dabei.

Zeigertelegraf / Ambient Intelligence

Meilensteine der Technik: vom Zeigertelegrafen über die erste digitale Telefonvermittlung (unten links) bis zum Gbit/s-Weltrekord für die Datenübertragung per Mobilfunk (daneben) – und die "Ambient Intelligence" von morgen (oben rechts)

Vermittlung / Rekord

Die Fahrt zu einem neuen Kunden wird künftig zum Kinderspiel: Den Personal Digital Assistant (PDA) ins Auto gesteckt, den Namen aufgerufen und los geht’s. Der PDA übermittelt automatisch die Adresse ans Navigationssystem, das den Fahrer zum Ziel lotst. "Erste Versuche in Fahrzeugen, die auf unseren Forschungen zu autonomen Verhaltensweisen von Geräten beruhen, laufen bereits", sagt Michael Berger von Siemens Corporate Technology (CT), Spezialist für Ambient Intelligence (Aml). Ziel der Aml-Forschung ist es, Sensoren, Funkmodule und Computertechnik drahtlos zu vernetzen und ihnen Kommunikationsfähigkeit und eine gewisse Intelligenz zu verleihen, damit sie sich je nach Situation auf die Bedürfnisse der Nutzer einstellen und deren Alltag komfortabler machen können. "Dies schließt alle Bereiche ein – von der Fabrik übers Büro und Auto bis zum Zuhause", meint Berger. "Wichtig ist, dass diese intelligenten Systeme nicht nur den Kontext der Nutzer erkennen, sondern auch autonom und vorausschauend handeln", blickt er einige Jahre in die Zukunft. Basis für solch eine Vision sind nicht nur drahtlose Funk­verbindungen wie Bluetooth oder WLAN, sondern auch die Miniaturisierung leistungsfähiger Komponenten wie Sensoren und vor allem neue Software, die sich selbst konfiguriert und organisiert.

 

Die Bedürfnisse der Kunden hatte auch schon Werner von Siemens im Blick. Sein Zeigertelegraf von 1847 basierte auf einem Zeiger, den selbst Laien einstellen und damit Buchstaben senden konnten, ohne diese erst ins Morse­alphabet übersetzen zu müssen. "Lächerlich einfach" nannte der Firmen­gründer seine Konstruktion in einem Brief an seinen Bruder Wilhelm. Nur die britische Patentschrift lässt erahnen, wie systematisch er die Eignung verschiedener Materialien für die elektrischen Kontakte im kleinen Labor bei Siemens & Halske in Berlin untersuchte. Dabei bevorzugte er Neuerungen, die wenig Kapital, aber viel Ideenreichtum voraussetzten. Dennoch: Die Kommunikationsforschung im ersten zentralen Siemens-Labor von 1905 bis in die Nachkriegsjahre war weit weniger auf kurzfristige Produkte orientiert. Der Grund: Die Geburtsstunde der Nachrichtentechnik war gerade erst angebrochen – grundlegende Lösungen mussten noch entwickelt werden.

Einer der Pioniere hieß Hans Ferdinand Mayer, der seit 1924 das "Siemens-Laboratorium Fernsprechen im Weitverkehr" und ab 1936 das Zentral-Laboratorium leitete. Dort entwickelte er unter anderem den "Echosperrer mit Elektronenrelais", um störende Echos bei Fernverbindungen zu beseitigen. Bahnbrechend war seine Erfindung der Trägerfrequenztechnik für Seekabel. Es gelang ihm, Land- und Seekabel mehrfach zu nutzen und so die Zahl der Gespräche zu verdoppeln. Kurz: In der SiemensForschung ging es damals vor allem darum, die Übermittlung von Sprache für viele mit hoher Qualität möglich zu machen. Als Mayer die Labor-Leitung 1962 seinem Nachfolger übergab, hatte er bereits daran gearbeitet, Bauelemente zu verkleinern und die Bedeutung der Informationstheorie für die Nachrichtentechnik herauszustellen. Bis in die frühen 70er Jahre dominierte nun die anwendungsorientierte Forschung. "Ergebnisse wurden den Forschern aus der Hand gerissen, weil die Umsetzung in Produkte relativ einfach war", erinnert sich Karl-Ulrich Stein, ehemaliger Leiter des Zentrallabors Öffentliche Netze.

 
 
 
 
 
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