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Pictures of the Future    Herbst 2005      

Das mitdenkende Auto – Trends

Elektronischer Scharfsinn

Die Autoindustrie steht vor großen Aufgaben: In der Europäischen Union soll die Zahl der Verkehrstoten in den kommenden Jahren halbiert werden, und in den USA zwingen scharfe Abgasgrenzwerte zum Umsteuern. Um die Herausforderungen zu meistern, entwickelt Siemens VDO innovative Techniken wie sensorgestützte Fahrerassistenzsysteme oder umweltfreundliche Motorsteuerungen.

Nachtsicht

Bessere Sicht in der Nacht: Trotz Gegenlicht sind die Fußgänger im Display in der Mittelkonsole gut zu erkennen. Ein Infrarotsensor erfasst die Personen; die Warnung erfolgt dann direkt im Head-up-Display im Blickfeld des Fahrers

Pass auf die Autos auf!", hören kleine Kinder oft, wenn sie zum Spielen nach draußen gehen. Die heute durchaus berechtigten Sorgen der Eltern dürften in 15 Jahren deutlich geringer sein, weil es immer unwahrscheinlicher wird, von einem Auto überfahren zu werden. "Die Autos der Zukunft werden dank ausgereifter Sensorik den Verkehr beobachten und den Fahrer rechtzeitig warnen. Bei Notsituationen könnte das System sogar selbsttätig eingreifen", sagt Dr. Jochen Kölzer, zuständig für das Gebiet Transportation im strategischen Marketing von Siemens Corporate Technology (CT).

 

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Autoindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen: Einerseits dringt die Politik darauf, die Unfallzahlen weiter zu senken und die Emissionen zu verringern; andererseits wollen die Käufer individuelle, technisch ausgereifte Fahrzeuge mit beeindruckenden Fahrleistungen und geringem Verbrauch. "Für die Hersteller am wichtigsten ist aber, dass sie kostengünstig entwickeln und produzieren müssen, um im immer härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können", ergänzt Dr. Thomas Schlick, für Technik zuständiger Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA). "Genau das gilt auch für die Zulieferer", sagt Roger Deckers, Director Technology Board bei Siemens VDO Automotive. Um konkrete und erfolgreiche Strategien für das Geschäft abzuleiten, erarbeitet er zusammen mit Kölzer das Projekt Future of Automotive 2020, das alle Trends auf dem Automobilsektor gebündelt darstellt (siehe  Insert "Zukunft des Autos"). Auch die heutige Produktentwicklung orientiert sich bereits an den Ergebnissen früherer Trendforschungen. So arbeitet Siemens VDO an Fahrerassistenzsystemen, maßgeschneiderten Navigations- und Infotainment-Systemen, einem modulareren Aufbau der Software und Elektronik im Fahrzeug und an revolutionären Bremsenkonzepten.

Aktive Sicherheit. Zentraler Punkt bleibt die Sicherheit. Die Europäische Union hat sich 2001 zum Ziel gesetzt, die Zahl der 40 000 Verkehrstoten in den damals 15 EU-Ländern bis 2010 zu halbieren. 1970 kamen in der EU noch knapp 78 000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Der Rückgang beruht unter anderem auf der Einführung von Sicherheitsgurten, Airbags und Antiblockiersystemen. Diese passiven Verfahren haben noch Potenzial, aber für den ehrgeizigen EU-Plan sind zusätzliche Maßnahmen nötig. "Dazu braucht es einen Wandel von der passiven zur aktiven Sicherheit", sagt Kölzer.

Dieser Wandel ist in vollem Gange: Autohersteller und –zulieferer arbeiten auf breiter Front an Systemen, die Unfälle gar nicht erst geschehen lassen. Ansätze sind schon in Serie zu besichtigen. So hat der Citroën C5 ein Warnsystem, das den Sitz vibrieren lässt, wenn der Fahrer ohne zu blinken die Spur wechseln will. Bei einem ähnlichen System von Siemens VDO vibriert das Lenkrad. Im September 2005 stellte das Unternehmen auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt seine Vision vom "sehenden Auto" vor: Sechs Sensortypen tasten zusammen die Umgebung ab, bewerten die Signale und unterstützen den Fahrer (siehe  "Fahrerassistenz").

 
 
 
 
 
 
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