Skip to Content

www.siemens.com
Siemens AG

Skip over Language Selection

Change language to

Skip over Primary Navigation

Primary Navigation

Skip over secondary navigation

Secondary navigation

Skip over Site Map & Contact

Site Map & Contact

Skip over Search

 

Pictures of the Future      Herbst 2005      

Intelligente Vernetzung – Selbstorganisierende Telefonnetze

Telefone mit Grips  

Siemens entwickelt Telefonsysteme, die ohne zentrale Steuerung auskommen. Die Apparate kommunizieren selbstständig übers Internet miteinander.

Display

Franz Kneissl hebt den Hörer ab und wählt. Daneben klingelt ein zweites Telefon, dann springt der Anrufbeantworter an. "Eins, zwei, Test", sagt der Produktmanager Micro Business bei Siemens Communications (Com) in München. Kneissl hat soeben eine Verbindung über 50 cm Entfernung aufgebaut – was ungefähr so sensationell ist, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Und doch ist die kleine Demonstration eine Premiere: Die beiden Telefone sind nicht über eine Telefonanlage verbunden, sondern über ein LAN (Local Area Network), das normalerweise PC vernetzt. Neu ist das Telefonieren über Internet-Verbindungen – das Voice over Internet Protocol (VoIP) – zwar nicht; neu ist jedoch, dass die Kabel auf Kneissls Labortisch nur in der Steckerleiste eines LAN enden. Die beiden Telefone sind so intelligent, dass sie ohne Vermittlung direkt miteinander kommunizieren.

 

Fürs Telefonieren in Unternehmen bedeutet die Siemens-Innovation einen Paradigmenwechsel. Bisher liefen die Gespräche über eine zentrale Telefonanlage, an der alle Telefone sternförmig angeschlossen waren, oder über einen Zentralrechner, wenn über Internet telefoniert wird. In beiden Fällen sind die Telefone relativ dumm und können kaum mehr als Sprache in elektrische Signale und zurück verwandeln. Funktionen wie Dreierkonferenz oder Anrufumleitung organisiert die zentrale Anlage.

Wenn es nach Franz Kneissl geht, werden sich Telefone künftig hingegen selbst organisieren. Im Internet ist das ein alter Hut: So gibt es etwa bei Musiktauschbörsen keinen zentralen Rechner – die Daten liegen auf den PC der Nutzer, die ihre Songs untereinander tauschen. Dieses im Computerjargon Peer-to-peer (P2P) genannte Prinzip übertragen die Siemens-Entwickler jetzt aufs Telefonieren. Nur für den Übergang des firmeninternen ins öffentliche Netz ist ein kostengünstiges Gateway nötig, das Siemens ebenfalls anbietet. Selbst wenn das kaputt ginge, könnten die Firmenmitarbeiter untereinander weiter telefonieren. Und wenn ein Telefon ausfällt, übernimmt automatisch ein anderes die Funktion des Anrufbeantworters.

Die Neuheit von Siemens Com Enterprise Systems, die in Labors in Witten und im englischen Beeston erprobt wird, ist so bestechend einfach, weil es sich um eine reine Software-Lösung handelt. Die Anlage funktioniert mit üblichen VoIP-Telefonen. Der Unterschied liegt in der Software, die dem Telefon Intelligenz und Identität einhaucht. Das Programm sucht nach dem Einstöpseln des Telefons das lokale Netz nach anderen Telefonen ab und weist dem Apparat automatisch die nächste freie Rufnummer zu. Die Konfiguration wird im P2P-Netz gespeichert, so dass die Zuordnung der Rufnummern erhalten bleibt, auch wenn mal ein Telefon außer Betrieb ist. Zudem ist kein Stromanschluss nötig: Der Saft wird übers LAN-Kabel eingespeist.

 
 
 
 
icon: up