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Pictures of the Future     Herbst 2005      

Intelligente Vernetzung – Telematik

Digitale Verkehrsmanager

"Lassen Sie Ihr Auto am Wochenende besser stehen. Wegen einer Großveranstaltung werden Staus auf folgenden Straßen erwartet…" Solche Warnungen im Radio könnten bald der Vergangenheit angehören: Siemens führt zentrale Verkehrsmanagementsysteme mit Endgeräten wie dem Navigationssystem oder dem Handy sowie mit neuen Diensten zusammen. Weniger Stress im Verkehr und kürzere Reisezeiten sind die Folge.

Verkehrsmanagementzentrale

Den Verkehr im Blick: In einer Verkehrsmanagementzentrale wie hier in Berlin fließen alle Informationen über Staus, Großveranstaltungen, Baustellen und den öffentlichen Nahverkehr zusammen

Deutschland, Sommer 2006: Die Fußballweltmeisterschaft versetzt die Fans in Aufregung; leider nicht nur im Stadion, sondern auch auf den Straßen. So müssen etwa das Ruhrgebiet, Europas größter Ballungsraum, und der Großraum Berlin ein zusätzliches, hohes Verkehrsaufkommen bewältigen. Dabei ist schon die heutige Verkehrsbelastung enorm: Im Ruhrgebiet sind täglich etwa sechs Millionen Menschen unterwegs, fünf Millionen davon kommen aus dem Umland.

 

Damit in diesen Ballungsräumen – und insbesondere zur WM – der Verkehr nicht zusammenbricht, entwickelt und betreibt Siemens im Ruhrgebiet im Auftrag der ProjektRuhr GmbH die Verkehrsmanagement-Lösung Ruhrpilot sowie in Berlin die Verkehrsmanagementzentrale Berlin (VMZ Berlin). "In den Zentralen laufen nicht nur alle Daten zusammen, sondern sie steuern auch den gesamten privaten und öffentlichen Verkehr und bieten Fahrgästen und Autofahrern umfangreiche Informationen, die das Reisen einfacher, komfortabler und sicherer machen sollen", erklärt Hans-Joachim Schade, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung der Verkehrstelematik bei Intelligent Traffic Systems im Bereich Industrial Solutions and Services. "Ohne modernes Verkehrsmanagement wäre eine sportliche Großveranstaltung dieser Dimension in Ballungsräumen nicht mehr machbar." Optimistisch sieht auch Dr. Thomas Lackner, der Leiter des Business Competence Center Telematics bei Siemens, in die Zukunft: "Die Aussichten für Verkehrstelematik-Lösungen sind gut", sagt er. "Unsere Schätzungen gehen von einem Weltmarktvolumen von etwa 27 Mrd. € fürs Jahr 2004 aus, mit einem künftigen Wachstum von durchschnittlich 6 % pro Jahr." Dabei variieren die Wachstumschancen der einzelnen Segmente beträchtlich, von 3 % bei Parkleitsystemen und Bahnautomatisierung, etwa 7 % für Pkw-Navigation und Fahrgeldmanagement und bis zu 15 % bei Maut- und Flottenmanagementsystemen.

Verkehr

Den Verkehr intelligent steuern – dank Siemens-Technologie: Moderne Navigationssysteme verarbeiten aktuelle Verkehrsempfehlungen. In London werden demnächst 8000 Busse per Satellit überwacht, um Fahrzeiten zu verkürzen und genauere Ankunftszeiten angeben zu können. Und in Seattle wird ein Satelliten-Mautsystem mit flexiblen Straßenbenutzungsgebühren getestet

Autobahn/Nahverkehr/Maut ...

Der Ruhrpilot integriert eine Vielzahl vorhandener oder neu installierter Systeme. So werden Daten von mehreren tausend Sensoren gesammelt, die – verborgen im Straßenbelag und an Brücken oder Masten – Informationen über Verkehrsdichte sowie Richtung und Geschwindigkeit der Fahrzeuge gewinnen. Diese Daten laufen in einem Zentralrechner zusammen, der die aktuelle Verkehrslage ermittelt. Informationen über Staus oder Baustellen werden dann über Radio, Handy, Navigationssysteme und Internet an die Menschen weitergegeben. "Die optimale Reiseroute und Reisezeit kann im Internet über alle Verkehrsmittel hinweg abgefragt werden. So wird man etwa mit dem Auto zu einem Parkplatz geleitet, um dort in den Bus oder die Metro umzusteigen", erklärt Ludwig Ramachers, Gesamtprojektverantwortlicher und für den Betrieb des Ruhrpiloten zuständig. Das Konsortium besteht aus Siemens als Konsortialführer sowie den Firmen PTV AG, der Deutschen Datengesellschaft und der Essener Verkehrs-AG.

 

Ein weiterer Vorteil des Ruhrpiloten: Seine Informationen sind stets aktuell. Bislang sind Verkehrsdurchsagen häufig veraltet. So signalisiert etwa eine Stauwarnung im Radio heute oft eher das Ende als den Beginn einer Störung. Der Ruhrpilot dagegen kann Verkehrsentwicklungen mit Hilfe von Simulationen sogar bis zu 60 Minuten im Voraus prognostizieren und für die kommenden 14 Tage einen generellen Überblick geben. Schade erläutert weitere Vorteile des intelligenten Systems: "Nach unseren Simulationsberechnungen können wir damit Staus, Engpässe und Unfälle um bis zu 20 % reduzieren, und auch der CO2-Ausstoß nimmt um bis zu 10 % ab." Straßen und Schienen würden durch den Ruhrpilot besser ausgelastet als zuvor.

 
 
 
 
 
 
 
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