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Die digitale Fabrik

Der Bau einer neuen Fabrik ist heute oftmals mit langwierigen Planungen, dem kostenintensiven Bau von Prototypen und zeitraubenden Fehlschlägen verbunden. Bevor das erste fertige Produkt vom Stapel läuft sind somit viel Geld und einige Geduld gefragt. Künftig soll dies schneller und vor allem erheblich günstiger werden: Die Fabrik der Zukunft entsteht zuerst in der virtuellen Welt. In Simulationen können alle Prozesse durchgespielt und optimiert werden. Die Beteiligten, auch Zulieferer und Kunden, gewinnen schon vor der Grundsteinlegung detaillierte Einblicke und können den gesamten Produktionsprozess his zum Endprodukt auf einer Großleinwand verfolgen. Eine simulierte Geräuschkulisse verwischt dabei die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt. Via Internet und Datenbrille kann die Präsentation auch live übertragen werden.

 

Fabrik der Zukunft: Prognosen

Internet und virtuelle Planung, intelligente Sensoren und vor allem Roboter sind die Triebkräfte der Automatisierungs-industrie. In Fertigung, Montage oder Verpackung werden künftig mehr und mehr Roboter eingesetzt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass Automation und Robotik in den nächsten zehn Jahren durchschnittlich zweistellige Wachstumsraten erzielen werden. Im Jahr 2005 dürften weltweit etwa 965 000 Industrieroboter zum Einsatz kommen. Dabei wird Europa Japan einholen - dort sinkt seit 1997 die Zahl der verwendeten Roboter sogar. Das Wachstum in den USA ist eher moderat.

 

Fabrik der Zukunft bei Siemens

Mit dem Software-Werkzeug eM-PLC von Siemens Automation and Drives können bereits heute schon komplette Fertigungszellen virtuell in Betrieb genommen werden. Beispiel Karosserieschweißen: Aus allen mechanischen Daten erstellt eM-PLC ein Programm für die SIMATIC-S7-Steuerung der Schweißroboter, des Bandes und der Zuführung der Teile. Das Programm steuert virtuell die dreidimensionale Fertigungszelle und ermöglicht den Ingenieuren die Simulation des Zusammenspiels von Mechanik und Elektronik, was bisher nur in der realen Anlage möglich war. Der Vorteil: Es wird sofort sichtbar, wie kleine Änderungen das gesamte System beeinflussen. Konstruktionsfehler werden wesentlich früher erkannt.
Um Fehler auch in großen, unübersichtlichen Anlagen schnell identifizieren und beheben zu können, haben Siemens-Forscher das sprachgesteuerte System SEAR, Speech Enabled Augmented Reality (sprachunterstützte erweiterte Realität), entwickelt: Das System navigiert den Wartungsingenieur zur Schadensquelle. Dort angekommen kann sich der Ingenieur mit dem fehlerhaften Objekt quasi über die Störung "unterhalten": Auf Fragen reagiert das System mittels Spracherkennung und antwortet indem es eine 3D-Stimme generiert.
Flexibilität ist auch in der chemischen Industrie gefragt. Immer neue Produkte müssen immer schneller auf den Markt kommen, doch mit riesigen Anlagen ist das unmöglich. Eine Lösung bietet die Mikroreaktionstechnik. Siemens beteiligt sich an einem Forschungsprojekt, das die winzigen Reaktionsgefäße auf ihre industrielle Tauglichkeit prüfen soll.

 
 
 
 

Siemens Journal/Channel

 
 

Kontakt

Siemens Technologie und Innovations kommunikation:

Herr Dr. Ulrich Eberl

Tel: +49 (89) 636-33246
Fax: +49 (89) 636-35292

ulrich.eberl@siemens.com