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Werkstoffe nach Maß

Vor 50 Jahren war der Begriff Materialforschung noch nahezu unbekannt.
Heute sprechen Forscher vom Werkstoff-aufbau Atom für Atom. Die Zukunft gehört Technologien wie Nanotechnik, Bioenginee-ring oder Adaptronik.
Bei der Nanotechnik werden mit gezielter Handhabung einzelner Atome oder Moleküle Materialien mit neuen Eigenschaften hergestellt. Nano, die Technologie des 21. Jahrhunderts, könnte die gesamte Elektronik inklusive der Computerindustrie revolutionieren. Ebenso revolutionär ist das Bioengineering: Inspiriert von den Fähigkeiten der Natur nutzen Materialentwickler Zellen, Biomoleküle oder biologische Konzepte für neue Werkstoffe, wie Keramik mit der Mikrostruktur von Bäumen, oder Nanokatalysatoren in Bakterienproteinen.
Eine weitere Zukunftstechnologie ist die Adaptronik: Adaptive Materialien können sich von selbst den Umgebungsbedingungen anpassen, beispielsweise Folien aus Piezofasern, die Schwingungen eines Autodaches dämpfen.

 

Materialforschung: Prognosen

Die Nanotechnologie wird bei der Material-wissenschaft künftig die meiste Aufmerk-samkeit auf sich ziehen. Fürs Jahr 2005 schätzt beispielsweise das Bankhaus Sal. Oppenheim das Nanotech-Umsatzpotenzial auf 200 Mrd. € Die amerikanische National Science Foundation geht sogar davon aus, dass der Umsatz aller Produkte, die auf Nanotech-Methoden beruhen, bis 2008 auf 700 Mrd. US-$; klettern dürfte.

 

Materialforschung bei Siemens

Auf der Suche nach neuen Materialien für Leuchtdioden (LED) haben Siemens-Forscher mit Hilfe der Kombinatorischen Chemie einen Durchbruch erzielt. Die von ihnen gefundenen Leuchtstoffe verleihen weißen LEDs eine wesentlich natürlichere Farbwiedergabe. Dazu wird eine dünne Schicht der Leuchtstoffe auf eine blaue Leuchtdiode aufgetragen, wobei in der Summe weißes Licht entsteht.
Die Kombinatorik bei Siemens befasst sich nicht nur mit LED-Materialien, sondern auch mit neuen Stoffen für Handy-Module, ferromagnetischen Werkstoffen und piezoelektrischen Materialien.
Einen gewaltigen Fortschritt könnten die Ingenieure bei Gas- und Dampfturbinen-kraftwerken (GUD) erzielen, wenn sie das Verbrennungsgas aus der 1550 Grad heißen Flamme nicht auf 1230 Grad abkühlen müssten, bevor es auf die Schaufeln der Gasturbine trifft. Alle Turbinen-Hersteller experimentieren deshalb mit neuen Materialien, die diese enorme Hitze ohne Kühlung aushalten.

 
 
 
 

Kontakt

Siemens Technolo-gie- und Innovations-kommunikation:

Herr Dr. Ulrich Eberl

Tel: +49 (89) 636-33246
Fax: +49 (89) 636-35292

ulrich.eberl@siemens.com