Unsere Risikopolitik entspricht unserem Bestreben, nachhaltig zu wachsen und den Unternehmenswert zu steigern, wobei wir versuchen, unangemessene Risiken weitestgehend zu vermeiden oder zu steuern. Da das Risikomanagement ein integraler Bestandteil der Planung und Ausführung unserer Geschäftsstrategien ist, wird unsere Risikopolitik durch den Zentralvorstand (ein Gremium des Vorstands, dem unter anderem sowohl der Vorsitzende des Vorstands als auch der Finanzvorstand angehören) vorgegeben. Entsprechend der Organisations- und Verantwortungshierarchie bei Siemens sind die Bereiche verpflichtet, ein Risikomanagementsystem vorzuhalten, das auf ihr spezifisches Geschäft zugeschnitten ist und den übergreifenden Grundsätzen des Zentralvorstands entspricht.
Wir bedienen uns einer Reihe von aufeinander abgestimmten Risikomanagement- und Kontrollsystemen, die uns unterstützen, Entwicklungen die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, früh zu erkennen. Besonderes Gewicht haben dabei unsere konzernweiten Prozesse für die strategische Unternehmensplanung und für das interne Berichtswesen. Die strategische Unternehmensplanung soll uns unterstützen, potenzielle Risiken lange vor wesentlichen Geschäftsentscheidungen abzuschätzen, während das Berichtswesen eine an gemessene Überwachung solcher Risiken während der Durchführung und Abwicklung von Unternehmensprozessen ermöglichen soll.
Zudem werden in regelmäßigen Zeitabständen die Angemessenheit und Effizienz unseres Risikomanagementsystems von der internen Revision kontrolliert. Dabei werden Mängel erfasst und Maßnahmen zu deren Beseitigung initiiert. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vollständig und zeitnah über wesentliche Risiken informiert werden. Wir verweisen hierzu auf unsere ausführlichen Erläuterungen im Abschnitt „Corporate-Governance-Bericht“. Darüber hinaus ist Siemens nach US-amerikanischen Regeln, die gegenüber deutschem Recht umfassender sind, verpflichtet, angemessene interne Kontrollen für die Finanzberichterstattung einzurichten und aufrechtzuerhalten. Siemens hat ein internes Kontrollsystem implementiert. Im Geschäftsjahr 2006 hat das Management festgestellt, dass dieses hinsichtlich der Prävention von Vermögensveruntreuung und dem Missbrauch eingeräumter Befugnisse nicht effektiv war. Im Geschäftsjahr 2007 hat das Management deshalb umfangreiche Maßnahmen, insbesondere im Bereich Antikorruption, entwickelt und eingeleitet und ist dabei, diese umzusetzen. Da die Untersuchungen andauern und die Implementierung der eingeleiteten Maßnahmen noch nicht weit genug fortgeschritten ist, hat das Management für das Geschäftsjahr 2007 festgestellt, dass die identifizierte Schwäche innerhalb des internen Kontrollsystems noch nicht beseitigt ist.
Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen wir ausgesetzt sind. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die wir jetzt noch als unwesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftsaktivitäten ebenfalls beeinträchtigen.