Bei vielen Unternehmen setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass es nicht nur „ganz nett“ ist, über kulturelle Unterschiede Bescheid zu wissen, sondern dass dies im Geschäftsleben heute unverzichtbar ist. Diese Unterschiede können dabei aus folgenden Faktoren entstehen: Hintergrund, Alter, Religion, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe, Nationalität, Behinderung oder sexuelle Orientierung. Kulturelle Unterschiede außer Acht zu lassen, kann ein Unternehmen teuer zu stehen kommen.
Die Folgen reichen von der frühzeitigen Rückkehr eines ins Ausland entsandten Mitarbeiters über das Scheitern eines internationalen Teams in Sachen fristgerechte Erreichung der Ziele bis hin zu einer ineffektiven Integration zweier Unternehmen nach einem Firmenzusammenschluss. Inzwischen steht häufig nicht mehr die bloße Fehlervermeidung im Vordergrund; kulturelle Vielfalt wird vielmehr immer weniger als Hindernis auf dem Weg zum geschäftlichen Erfolg gesehen, sondern als Chance.
Wirtschaftlich betrachtet lassen sich die Hauptargumente für eine aktive Förderung der kulturellen Vielfalt wie folgt zusammenfassen:
Personalbeschaffung- und -entwicklung: In dem Maße, in dem die traditionelle Personalrekrutierung abnimmt, müssen neue Quellen erschlossen werden. Arbeitgeber müssen Vielfalt und Toleranz fördern, um die Mitarbeiter dazu zu motivieren, im Unternehmen zu bleiben.
Funktionierendes interkulturelles Teammanagement: Die Manager und Teamleiter müssen kulturelle Unterschiede kennen, um sicherstellen zu können, dass ihr Team effektiv arbeitet. Ein ineffizientes Management führt zu Verzögerungen, Mehrkosten und dem Verlust von Kunden.
Ideenreichtum: Innovationen sind das Ergebnis gut eingespielter, von Vielfalt geprägter Teams.
Funktionierende Unternehmenszusammenschlüsse- und übernahmen: Vielfalt ist das natürliche Ergebnis eines Zusammenschlusses, besonders wenn dabei Ländergrenzen überschritten werden. Aber auch innerhalb eines Landes spielt dies eine wichtige Rolle.
Befriedigung der Kundenbedürfnisse: Ein Beispiel hierfür ist ein großes deutsches Einrichtungshaus, das verstärkt Menschen über 50 einstellt, da es inzwischen erwiesen ist, dass diese für die Beratung der Kunden in diesem Alterssegment geeigneter sind. Und die Zahl der Konsumenten über 50 wächst stetig...
Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung: Ein zentraler Aspekt der unternehmensweiten Verantwortung ist es, kulturelle Unterschiede als eine Bereicherung zu sehen.
Einhaltung der entsprechenden Gesetze: Die Antidiskriminierungsgesetze werden strenger, und die Kosten eines Verstoßes dagegen sind hoch.
Siemens hat auf diesem Gebiet bereits Pionierarbeit geleistet. Jetzt ist es jedoch Zeit, Bilanz zu ziehen und genauer zu analysieren, inwieweit wir tatsächlich im Alltag kulturelle Faktoren als „Quelle von Mehrwert“ optimal ausschöpfen. Kulturelle Unterschiede sind ein bedeutender Teil unseres Kapitals. Lassen Sie uns die neue Vielfalt nicht bloß tolerieren – man sollte sie feiern!