Siemens AG
München, 24.Januar 2008
Für das laufende Geschäftsjahr setzte sich Siemens das Ziel, beim Umsatz doppelt so stark zu wachsen wie die Weltwirtschaft und im Ergebnis eine doppelt so hohe Zunahme wie beim Umsatz zu erreichen. Dieses Ziel hat das Unternehmen im ersten Quartal erfüllt. „Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres liegt im Rahmen unserer Erwartungen: Die Volumen-Entwicklung war positiv. Der Auftragseingang stieg um 9 Prozent; der Umsatz erhöhte sich um 10 Prozent auf 18,4 Mrd. Euro“, fasste Peter Löscher, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres zusammen. Das Ergebnis der Bereiche (Operatives Geschäft) stieg im ersten Quartal um 16 Prozent auf 1,7 Mrd. EUR.
Steigerung des Aktienkurses im Geschäftsjahr 2007 um gut 40 Prozent
Die insgesamt positive Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2007 schlägt sich auch in der Bewertung des Unternehmens nieder: „Im Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres, also vom 1. Oktober 2006 bis zum 30. September 2007, hat sich der Aktienkurs um gut 40 Prozent erhöht. Die weitere Wertsteigerung für die Siemens-Aktie ist uns ein wichtiges Anliegen“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Ein Beitrag dazu ist das Aktienrückkaufprogramm, das Siemens im November vorgestellt hatte. Am kommenden Montag werde Siemens die erste Tranche des Programms in Höhe von rund 2 Mrd. EUR in Angriff nehmen, so Löscher.
Neue Konzernstruktur: Keine Revolution, sondern Evolution
„Wir können und müssen uns hinsichtlich unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit noch weiter verbessern. So müssen wir uns den Veränderungen unseres wirtschaftlichen Umfeldes stellen.“ Damit bekräftigte Löscher erneut die Notwendigkeit der umfassenden organisatorischen Weiterentwicklung. Zugleich betonte er, dass es dabei nicht um eine Revolution gehe, sondern – wie auch in der Vergangenheit – um eine Evolution: Siemens bleibe ein integrierter Technologiekonzern, halte an der breiten, internationalen Aufstellung fest und folge der vor drei Jahren eingeschlagenen Strategie, sich auf Aktivitäten in weltweit wachsenden Märkten zu konzentrieren, in jedem Geschäft eine Nr.1- oder Nr.2-Position einzunehmen und die Ertragskraft an den jeweils besten Wettbewerbern zu messen. „Ertragsstärke und Innovationskraft sind Pfeiler für nachhaltigen Erfolg und damit auch für sichere Arbeitsplätze“, erklärte er.
Zielbänder-Anhebung – Aufschließen zu den besten Wettbewerbern
Siemens unterstreicht sein Vertrauen in den Erfolg der Neuorganisation durch höhere Zielbänder für das Ergebnis im Operativen Geschäft: Für den Sektor Healthcare gilt seit November 2007 das höhere Zielband von 14 – 17 Prozent. Für den Sektor Industry wird das Zielband ab dem laufenden zweiten Quartal auf 9 – 13 Prozent, im Sektor Energy auf 11 – 15 Prozent angehoben. Damit ergibt sich bei beiden letztgenannten Sektoren eine Erhöhung der Zielbänder in der Spitze um jeweils zwei Prozentpunkte. „Wir wollen bei der Ertragskraft zu den besten Wettbewerbern aufschließen“, betonte Löscher. Zum Erreichen der Ziele trage bei, vorhandene Effizienzpotenziale in der Konzernorganisation zu heben. So will Siemens die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten im Konzern in den kommenden drei Jahren um 10 – 20 Prozent senken. Ein erster Zwischenstand soll zum Halbjahr bekannt gegeben werden.
Ausblick: Konzern hält an Jahreszielen fest
„Wir gehen heute davon aus, dass die Wirkungen der amerikanischen Immobilienkrise nicht unmittelbar auf unser Geschäft durchschlagen. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt. Für das vergangene Jahr liegt die Relation von Auftragseingang zu Umsatz, die so genannte book-to-bill ratio, bei 1,2 zu eins. Im ersten Quartal beträgt diese Kennzahl sogar 1,3 zu eins“, sagte Löscher. „Hinzu kommt, dass die Mehrzahl unserer Geschäfte eher von langen Zyklen bestimmt wird, sodass sich für uns ein Konsumrückgang, wenn überhaupt, nur verzögert bemerkbar macht.“
Die hohen Rohstoffpreise treiben einerseits die Kosten, andererseits kann der Konzern dieser Entwicklung auch etwas Positives abgewinnen: So hat Siemens durch seine starke Marktstellung bei Infrastrukturprojekten in der Golfregion sowie in Russland, und dort durch seine strategische Beteiligung am russischen Kraftwerkshersteller Power Machines, eine sehr gute Ausgangsposition für weitere Aufträge. Zweitens besitzt Siemens ein exzellentes Produkt- und Lösungsportfolio zur effizienten Energieerzeugung, -übertragung und -nutzung und damit zur Einsparung von Energie. „Hinzu kommt der Boom im Markt für alternative Energiegewinnung. Unsere größte Herausforderung im Windkraftgeschäft liegt darin, unsere Produktionskapazitäten schnell genug auszubauen“, sagte Löscher. Konjunkturbedingte Rückgänge in einzelnen Ländern könne Siemens durch seine traditionell starke internationale Präsenz und weiterhin sehr gute Geschäftsentwicklung in Asien – allen voran China und Indien – gut abfedern.
Für nachhaltiges Wachstum in Asien ist Siemens dabei, nun neben dem oberen Marktsegment auch seine Position im mittleren Segment auszubauen. „Dieses mittlere Segment repräsentiert zwischen 30 und 50 Prozent des jeweiligen Marktes und wächst besonders schnell.“ Um in diesem Segment erfolgreich zu sein, will Siemens die lokale Wertschöpfung und Beschaffung stark ausbauen, zum Beispiel durch mehr Zusammenarbeit mit asiatischen Zulieferern. „Alles in allem gehen wir also davon aus, dass wir im laufenden Jahr das profitable Wachstum des vergangenen Jahres fortschreiben können“, so Löscher.
Compliance: Sauberes Geschäft immer und überall
Löscher bekräftigte erneut: „Mir geht es um sauberes Geschäft immer und überall und um Spitzenleistung auf höchstem ethischem Niveau. Beides bildet keinen Gegensatz, sondern erst im Zusammenspiel aus beidem kommt man zu nachhaltigem Erfolg.“
Die bisherigen Compliance-Kosten belaufen sich auf etwa 1,1 Mrd. EUR. Hinzu kommen rund 520 Mio. EUR steuerliche Verpflichtungen sowie Sanktionen, deren Umfang nicht abgeschätzt werden kann, und tausende Arbeitsstunden der Mitarbeiter, um die Aufarbeitung zu beschleunigen. Das festgestellte Volumen steuerlich nicht abzugsfähiger Ausgaben für die Jahre 2000 bis 2006 beträgt insgesamt rund 1,3 Mrd. EUR. „Schwerer zu fassen ist der immaterielle Schaden – der Ansehens- und Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit“, so Löscher. „Wir können das nicht ungeschehen machen, aber wir klären die Verantwortung und handeln auf der Basis von Fakten. Wer Verantwortung für die Geschehnisse trägt, der wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Dazu gehört, dass wir Vorsorge getroffen haben, gegebenenfalls Schadensersatzansprüche geltend zu machen.“
Siemens brachte bereits eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg, um Fehlverhalten aufzudecken und das Bewusstsein aller Mitarbeiter zu schärfen: Das im November aufgelegte Amnestieprogramm gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, auf Compliance-relevante Sachverhalte hinzuweisen, ohne mit persönlichen Schadensersatzansprüchen oder Kündigung belangt werden zu können. Über 30 Mitarbeiter machten bis heute von dieser Möglichkeit Gebrauch. Ferner wurde ein Disziplinarausschuss eingerichtet. Dieser legt angemessene Disziplinarmaßnahmen fest in Fällen, in denen sich der Verdacht von Verletzungen des Rechts oder der Unternehmensrichtlinien bzw. sonstigem Fehlverhalten erhärtet hat.
Cromme: SEC und DoJ – in Kürze konkrete Vergleichsgespräche
„Die Siemens AG hat mit dem Geschäftsjahr 2007 eines der schwierigsten Jahre überhaupt in ihrer Geschichte hinter sich: Korruptionsvorwürfe, nachgewiesene Fälle von Fehlverhalten, sogenannte schwarze Kassen in – das ist offensichtlich – mehr als nur Einzelfällen“, sagte Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats, in seiner Rede zur Hauptversammlung. Doch das Unternehmen sei auf dem richtigen Weg. Cromme weiter: „Wir kommen voran. Das ist dokumentiert in konkreten Fortschritten bei der Aufarbeitung. Das zeigt sich auch an dem Echo, das das Unternehmen in der Öffentlichkeit erfährt und der Anerkennung, die wir in der Fachwelt und auch bei den Behörden finden.“
Insbesondere in den Gesprächen mit den US-Behörden seien erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen, sagte Cromme. Beide US-Aufsichtsorgane, SEC und DoJ, hätten ihr Einverständnis signalisiert, in Kürze weitere Gespräche mit dem Ziel eines umfassenden und fairen Vergleichs zu führen. Diese könnten bereits im Februar beginnen. „Natürlich werden sowohl die Ermittlungen durch die US-Behörden wie auch durch Debevoise während dieser Gespräche weitergeführt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. „Die Unterredungen werden sicherlich mehrere Monate andauern, und wir wissen nicht, wann ein Vergleich geschlossen werden kann. Jeder Beteiligte weiß, dass dies ein einzigartiger Präzedenzfall ist, sodass die Gespräche sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen werden.“
Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist auf den Gebieten Industrie und Energie sowie im Gesundheitssektor tätig. Rund 400.000 Mitarbeiter (fortgeführte Aktivitäten) entwickeln und fertigen Produkte, projektieren und erstellen Systeme und Anlagen und bieten maßgeschneiderte Lösungen an. Siemens steht seit über 160 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte das Unternehmen nach IFRS einen Umsatz von 72,4 Mrd. EUR und ein Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten von 3,9 Mrd. EUR. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.
Dieses Dokument enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen – also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit, liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie „erwarten“, „wollen“, „antizipieren“, „beabsichtigen“, „planen“, „glauben“, „anstreben“, „einschätzen“, „werden“ oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Siemens liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse von Siemens. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des Siemens-Konzerns wesentlich abweichen von den in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen. Für uns ergeben sich solche Ungewissheiten insbesondere, neben anderen, aufgrund folgender Faktoren: Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Lage (einschließlich Margenentwicklungen in den wichtigsten Geschäftsbereichen), Herausforderungen der Integration wichtiger Akquisitionen und der Implementierung von Joint Ventures und anderer wesentlicher Portfoliomaßnahmen, Änderungen von Wechselkursraten und Zinssätzen, Einführung konkurrierender Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen, fehlender Akzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen seitens der Kundenzielgruppen des Siemens-Konzerns, Änderungen in der Geschäftsstrategie, des Ausgangs von offenen Ermittlungen und anhängigen Rechtsstreitigkeiten, insbesondere den Korruptionsuntersuchungen, denen wir derzeit in Deutschland, in den USA und anderswo unterliegen; der potenziellen Auswirkung dieser Untersuchungen und Verfahren auf unser laufendes Geschäft, einschließlich unserer Beziehungen zu Regierungen und anderen Kunden; der potenziellen Auswirkungen solcher Angelegenheiten auf unsere Abschlüsse sowie verschiedener anderer Faktoren. Detailliertere Informationen über unsere Risikofaktoren sind den Berichten zu entnehmen, die Siemens bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht hat und die auf der Siemens-Website unter www.siemens.com und auf der Website der SEC unter www.sec.gov abrufbar sind. Sollten sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse sowohl positiv als auch negativ wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die in der zukunftsgerichteten Aussage als erwartete, antizipierte, beabsichtigte, geplante, geglaubte, projizierte oder geschätzte Ergebnisse genannt worden sind. Siemens übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren.
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