Healthcare Sector / Imaging & IT Division
Wien, 07.März 2008
Ermutigt durch den außerordentlichen Markterfolg des weltweit ersten Dual-Source-Computertomographen Somatom Definition mit zwei Röntgenröhren, die gleichzeitig verschiedene Energien erzeugen, hat Siemens Healthcare bereits sechs spezielle Dual-Energy-Applikationen entwickelt. Auf dem ECR 2008 stellt Siemens nun vier neue Applikationen vor, mit denen sich Erkrankungen an Herz, Gehirn, Lunge und Gelenken der Extremitäten leichter als bisher diagnostizieren lassen.
Die Erkennung verschiedener Gewebearten auf Computertomographie-Bildern mit Hilfe von „Dual Energy“ (DE) ist derzeit eines der intensivsten Forschungsfelder in der Computertomographie. Während andere Hersteller versuchen, verschiedene Energien in einer einzigen Röntgenröhre zu erzeugen, ist mit dem Somatom Definition von Siemens bereits seit vier Jahren ein Dual-Source-Computertomograh (CT) mit zwei Röntgenröhren auf dem Markt, die parallel mit zwei verschiedenen Strahlungsenergien arbeiten können. Aus dem einmal aufgenommenen Datensatz lassen sich zu einem Organ vielfältige Aussagen zur Gewebeart, -zusammensetzung oder Durchblutung machen, für die bisher mehrere Untersuchungsschritte oder -methoden notwendig waren. Das Dual-Energy-Verfahren erspart dem Patienten mehrmalige Scans, beschleunigt im Klinikum die Arbeitsabläufe und eröffnet außerdem neue klinische Anwendungsfelder für die Computertomographie.
Zu den neuen Dual Energy-Applikationen für Somatom Definition von Siemens zählt syngo DE Heart PBV (Perfusion Blood Volume), die bei kardiologischen Untersuchungen nicht-durchblutete Teile des Myocardiums (Herzmuskel) farbig markiert. Mit einer speziellen Anwendung lässt sich außerdem das Herz isoliert, das heißt zum Beispiel ohne Thorax (Brustkorb)-Strukturen, darstellen. Die Herzdurchblutung wird vor allem nach einem Infarkt untersucht, um festzustellen, welche Areale des Organs beschädigt sind. Mit DE-CT lässt sich erstmals nicht nur eine Stenose und der Grad der Gefäßverengung feststellen, sondern in ein und demselben Scan auch der Ort und Umfang der daraus resultierenden Minderdurchblutung im Myocardium.
Bei Gichtpatienten, besonders bei einem chronischen Verlauf über mehrere Jahre, können Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken zu einer Schädigung der Knorpel- und Knochensubstanz führen. Mit Hilfe von
syngo DE Gout ist die CT erstmals auch zur Gichterkennung einsetzbar. Die neue DE-Applikation hilft dem Arzt, Harnsäurekristalle in den Extremitäten eindeutig zu identifizieren und die Veränderungen der Kristalle im Therapieverlauf zu prüfen.
Mit syngo DE Lung Vessels unterstützt eine ganze Gruppe von neuen Applikationen den Arzt bei der CT-Untersuchung, wenn der Verdacht auf eine Lungenembolie – einen plötzlichen Verschluss von Blutgefäßen in der Lunge – vorliegt. Mit den neuen Applikationen lassen sich über farbige Markierungen nicht-durchblutete Lungengefäße und -gewebe aufspüren. Die Anwendung "Lung Isolation" stellt das gesamte Organ frei, um die Durchblutungssituation ohne störende Nachbarorgane zu beurteilen.
Syngo DE Brain Hemorrhage hilft bei Gehirnblutungen, neue von älteren Blutungen zu unterscheiden. Mit Hilfe der zwei Energiestufen der Röntgenröhren kann das Kontrastmittel ausgeblendet werden. Bislang waren dafür zwei Aufnahmen nötig. Die Subtraktion des Kontrastmittels aus dem Bild hat zwei Vorteile: Man kann nicht-kontrastmittelverstärkte Untersuchungen vermeiden sowie dem Patienten die entsprechende Strahlendosis eines zweiten Scans ersparen.
Die vier neuen DE-Applikationen, die Siemens auf dem ECR 2008 vorstellt, ergänzen die sechs bereits vorhandenen Applikationen für CT mit Dual-Energy-Fähigkeiten:
Über Somatom Definition
Mit dem Somatom Definition hat Siemens das erste Dual-Source-Computertomographie-system der Welt entwickelt. Das Gerät verfügt über zwei Röntgenstrahler und zwei Detektoren, was klinische Aufnahmen mit nicht gekannter Geschwindigkeit möglich macht. Selbst von rasch oder unregelmäßig schlagenden Herzen fertigt der Somatom Definition Bilder in höchster Qualität und Detailgenauigkeit – und dies mit nur noch der halben Strahlendosis als bei bisherigen Systemen. Außerdem verfügt das System aufgrund seiner zwei Röntgenröhren über Fähigkeiten, die bisher in der diagnostischen Bildgebung nicht existierten. Dazu zählt die Möglichkeit, gleichzeitig Scans mit unterschiedlichen Energiestufen pro Röhre (Dual Energy) durchzuführen, so dass zwei Datensätze mit unterschiedlichen Patienteninformationen erzeugt werden. Auf diese Weise können Gewebe und Flüssigkeiten dargestellt und gleichzeitig Gefäße, Knochen und Weichteile besser differenziert werden.
Siemens Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,32 Mrd. €.
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