Kultur bildet einen wesentlichen Aspekt gesellschaftlicher Identität und gesellschaftlichen Lebens: Es geht um das kulturelle Erbe ebenso wie um ein lebendiges und vielfältiges kulturelles Leben in Ländern, Regionen, Städten und Gemeinden. Mit der Förderung von Kunst und Kultur tragen wir zur Unterstützung wichtiger gesellschaftlicher Anliegen und Aufgaben bei. Dieses Engagement wirkt sich positiv auf unsere Reputation als Unternehmen aus. Mit unserem weltweiten Engagement für Kunst und Kultur leisten wir dort, wo wir tätig sind, einen Beitrag zur Stärkung der Attraktivität der Regionen und Standorte – zum Vorteil der Gesellschaft und gleichzeitig zu unserem eigenen Vorteil. Das entspricht unserem Verständnis eines guten Corporate Citizen.
Mit dem 1987 gegründeten und international wirkenden Siemens Arts Program als zentraler Säule der Kulturförderung fördert Siemens vorwiegend Projekte und Künstler, die zeitgenössische und experimentelle Kunstformen vorantreiben. Im Spannungsfeld zwischen Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft unterstützt das Siemens Arts Program die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der zeitgenössischen Kunst und den gesellschaftlichen Fragen der Zeit.
Das Siemens Arts Program entwickelt Kooperationsprojekte in den Bereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Zeit- und Kulturgeschichte sowie Innerbetriebliche Kulturarbeit. Die Aktivitäten reichen von Kunst- und Kulturausstellungen über Theaterprojekte und Festivals, Performances und Konzerten bis hin zu Kompositionsaufträgen, von Symposien über Publikationen und Internetprojekte bis zu Initiativen, die ungewöhnliche Veranstaltungsformate erproben und die Vielfalt kultureller Kommunikationsformen erweitern. Der Bereich Zeit- und Kulturgeschichte realisiert Publikationen, Ausstellungen und Tagungen zu gesellschaftlichen Entwicklungen, namentlich im Spannungsverhältnis zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft.
Das Siemens Arts Program stellt sich vor.
Interne Kulturvermittlung: Die Vermittlung zeitgenössischer Kunst und Kultur ist dem Siemens Arts Program ein großes Anliegen. Ein eigener Projektbereich, die Innerbetriebliche Kulturarbeit, vermittelt den Mitarbeitern der Siemens AG aktuelle künstlerische Ansätze. Für einzelne Unternehmensstandorte konzipierte Veranstaltungsreihen ermöglichen den Siemens Mitarbeitern eine intensive Teilnahme am kulturellen Leben ihrer Region. Darüber hinaus werden regelmäßig Künstler für kulturelle Dialogprojekte ins Unternehmen eingeladen.
Projekte wie die “Sammlung Siemens Berlin“ ermöglichen dem Mitarbeiter, eigene Ideen in ein Kustprojekt einzubringen.
Das Siemens Arts Program will immer auch Schnittstelle zwischen Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft sein. Eine wichtige Frage, die in diesem Spannungsfeld steht, ist die der Kulturförderung. Mitarbeiter des Siemens Arts Program sammelten und analysierten in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke in Reportagen und Hintergrundberichten unterschiedliche aktuelle Formen des unternehmerischen Engagements für Kunst und Kultur. Dieses Material bildete die Basis der Forschungs- und Informationsplattform Corporate Cultural Responsibility.
Interessierte finden auf der Homepage des Arbeitskreises Kultursponsoring eine Checkliste für den Einstieg in die Kulturförderung, Reportagen über die Kulturarbeit großer Unternehmen und viele Tipps für Unternehmen.
Wir haben in vielen Ländern erfahren, dass die Bewahrung des kulturellen Erbes und ein lebendiges und vielfältiges zeitgenössisches kulturelles Leben eine wesentliche Rolle für die nachhaltig erfolgreiche Entwicklung von Regionen spielen: Beides prägt – ebenso wie etwa Bildungseinrichtungen oder Infrastruktur – die Lebensqualität, die wiederum maßgeblich zur Attraktivität einer Region beiträgt. Siemens ist weltweit an seinen Standorten darauf angewiesen, zahlreiche – häufig hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Erfolgreicher sind wir mit unserem Recruiting dort, wo unsere künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits leben oder gerne auf Dauer leben würden, um bei uns zu arbeiten. Attraktive Standortbedingungen wirken sich positiv auf die Realisierung der Ziele unserer Personalstrategien aus.
Siemens und seine Regionalgesellschaften unterstützen eine Vielzahl an Künstlern und tragen dazu bei, dass ein breites Spektrum an Kulturveranstaltungen möglich wird. Wie bei der Durchführung unserer gemeinnützigen Programme Generation21 und Caring Hands machen wir uns auch in der Kulturförderung unsere Nähe zu den Menschen in den jeweiligen Regionen zu Nutze. Dank unserer langjährigen Präsenz sind wir mit den kulturellen Traditionen in den Städten und Ländern, in denen wir tätig sind, vertraut.
Zum Beispiel Australien: Mit Australien verbinden die meisten Menschen vor allem Naturerlebnisse, Wüste, Strände oder Beuteltiere, aber kaum Kunst und Kultur. Um das kulturelle Leben zu bereichern, ist Siemens im Jahr 2000 mit dem Royal Melbourne Institute of Technology eine Partnerschaft eingegangen. Die Siemens RMIT Fine Arts Partnership, die mindestens bis zum Jahr 2010 laufen soll, kauft dabei nicht nur Bilder für Siemens Standorte an, sondern vergibt vor allem Stipendien an Kunststudenten. Jedes Jahr werden 40 der besten Kunstwerke von Studenten in der RMIT Gallery ausgestellt. Die acht besten werden für das Finale des Siemens Fine Arts Awards ausgewählt. Das Engagement von Siemens trägt dazu bei, dass die Kunstszene in Melbourne belebt wird.
Talentierte junge Menschen werden auch von der Siemens-Unternehmenszentrale in München gefördert. Hier hat man sich vor allem dem Sponsoring im Bereich Musik verschrieben. So ist Siemens seit September 2007 Hauptsponsor der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters und übernimmt die Finanzierung von acht Stipendien für die Dauer von zwei Jahren. Mit seinem Stipendiaten-Programm will die Bayerische Staatsoper hochtalentierten Absolventen von internationalen Musikschulen eine Aus- und Weiterbildung zum international gefragten Orchestermusiker ermöglichen. Die Förderung von begabten und motivierten jungen Menschen nimmt bei Siemens einen hohen Stellenwert ein, nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch im gesellschaftlichen Umfeld. Mit der Bayerischen Staatsoper hat Siemens daher einen gleichgesinnten Partner gefunden.
Bereits auf das Jahr 1996 geht das Siemens-Engagement für die Salzburger Festspiele zurück, die als das größte und bedeutendste Festival der Welt gelten. Seit 1999 ist Siemens Hauptsponsor. Durch eine jährliche finanzielle Unterstützung tragen wir dazu bei, die hohe künstlerische Qualität zu erhalten und eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Um Kulturbarrieren abzubauen, und das Festspielerlebnis für jedermann möglich zu machen, veranstaltet Siemens seit 2002 jährlich Außenübertragungen von Festspielhighlights auf großen Plätzen der Stadt.
Renommierte Veranstaltungen wie die Salzburger Festspiele oder die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth, die wir ebenfalls unterstützen, haben eine nicht zu unterschätzende internationale Wirkung. Indem wir sie unterstützen, profitieren wir von ihrem Image.
Lesen Sie weiter auf der Homepage der Bayerischen Staatsoper, München.
Über das Programm der Salzburger Festspiele informieren Sie sich bitte hier.
Mäzenatische Tradition ist Teil der Geschichte von Siemens wie auch der Gründerfamilie. Die Stiftungen der Familie Siemens, teilweise unterstützt vom Unternehmen, belegen noch heute das vielfältige Engagement von Werner von Siemens und seinen Nachkommen:
1958 rief Ernst von Siemens eine Stiftung ins Leben, die Wissenschaftlern aller Sparten ein Forum für den Gedankenaustausch bieten sollte. Die nach dem Vater des Stifters benannte Carl Friedrich von Siemens Stiftung wendet sich mit ihrem wissenschaftlichen Vortragsprogramm an eine breite interessierte Öffentlichkeit.
Mit Ernst von Siemens, einem Enkel von Werner von Siemens, gewann die Kunst- und Kulturförderung im Unternehmen besondere Bedeutung: Er legte den Grundstein für zwei Stiftungen, die bis heute aktiv sind und seit langem eine feste Größe im internationalen kulturellen Leben darstellen.
1972 gründete Ernst von Siemens die nach ihm benannte Ernst von Siemens Musikstiftung. Die Stiftung mit Sitz in der Schweiz konzentriert sich auf Musik und Musikwissenschaft der Gegenwart und zeichnet seit ihrer Gründung jährlich das Lebenswerk eines bedeutenden Komponisten, Interpreten oder Musikwissenschaftlers aus. Der Hauptpreis, der so genannte “Nobelpreis der Musik“, ist mit 200.000 Euro dotiert.
Insgesamt kann die Stiftung jährlich rund 2,3 Millionen Euro Preisgelder vergeben. Davon werden etwa 2,1 Millionen Euro zur Förderung von jungen Komponisten, Ensembles, Institutionen und Einzelpersonen aus aller Welt eingesetzt, die sich um die zeitgenössische Musik verdient gemacht haben und wichtige künstlerische Aufbauarbeit leisten. Dazu zählt auch die Auszeichnung musikwissenschaftlicher Arbeit.
Unter den bisherigen 35 Ernst von Siemens Musikpreisträgern waren, um nur einige zu nennen, Benjamin Britten, Olivier Messiaen, Mstislav Rostropovich, Witold Lutoslawski, Luciano Berio, Hans Werner Henze, György Ligeti, Claudio Abbado, Maurizio Pollini, Helmut Lachenmann, György Kurtág, Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter.
Den Ernst von Siemens Musikpreis 2009 erhält der Schweizer Komponist Klaus Huber. Er gilt als eine der überragenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik.
Alle Preisträger sind auf der Website der Ernst von Siemens Musikstiftung aufgeführt. ![]()