Im Rahmen des Projekts “What are you doing here?” setzen Mitarbeiter von OSRAM China Lighting gemeinsam mit der Künstlerin Cao Fei ihre persönlichen Ideen und Wünsche in einem Kunstprojekt um
Eine Ballerina mit Engelsflügeln steht anmutig aufrecht zwischen Arbeitstischen eines Produktionsraums. Eine Frau in langem, mit Pfauenfedern verziertem Kleid tanzt vor einem Haus aus Pappkartons. Eine Gruppe junger Männer spielt E-Gitarre in einer riesigen Halle. Was machen die da bloß? Sollten die nicht bei der Arbeit sein? Die Mitarbeiter von OSRAM China Lighting Ltd. in Foshan sind der Einladung der Künstlerin Cao Fei gefolgt, ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Träume einmal in einem gemeinsamen Projekt zum Ausdruck zu bringen.
Wie sich die Mitarbeiter von OSRAM China Lighting Ltd. in Foshan inszenieren, sagt viel über ihre Gefühle und Träume aus.
Im Rahmen der Projektreihe „What are they doing here?“ des Siemens Arts Program hat die 30-jährige in Peking lebende Künstlerin OSRAM-Mitarbeiter nach ihren beruflichen Wünschen und Zielen, aber auch nach ihren persönlichen Gefühlen und Träumen befragt. Im Anschluss arbeitete sie mit 35 Mitarbeitern intensiv an der künstlerischen Umsetzung der zentralen Fragen. Es bildeten sich fünf Gruppen, die sich mit den Themen Zukunft, Traum, Wirklichkeit, Heimat und Vision beschäftigten. Die Mitarbeiter hielten ihre Ideen zunächst in Zeichnungen und Skizzen fest und erarbeiteten gemeinsam mit der Künstlerin Lichtinstallationen, sowie eine Performance und ein Video.
„Was tust du hier?“ Cao Fei sieht den Titel ihres Projekts nicht aus der Beobachterperspektive. Sie bezieht vielmehr den Titel ganz konkret auf ihr Gegenüber, den Menschen bei OSRAM, mit dem sie zusammenarbeitet. Es geht ihr um den ganzen Menschen, den, der als Mitglied der Belegschaft seine Arbeit leistet und auch den, der daneben als Individuum Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen in sich trägt. „Schließe deine Augen und denke an deine Kindheit. Versuche eine Szene zu beschreiben“, befragt Cao Fei die Frauen und Männer. Cao geht es in ihrer eigenen Arbeit immer wieder um das soziale Verhältnis zwischen Individuum und dessen professioneller Umgebung. Dabei ist die gemeinsame Projekt-Arbeit oft ein Prozess mit offenem Ausgang.
Eine riesengroße, eierförmige Raumfähre steht mitten auf dem Betriebsparkplatz. Sie ist ringsum bedeckt von Verpackungsmaterial von OSRAM-Glühbirnen. Immer wenn jemand die Raumfähre betritt oder verlässt leuchtet Licht auf. Das futuristische Ei stammt von einer Gruppe junger Mitarbeiter, die sich dem Thema „Zukunft“ gewidmet haben. „Meine Zukunft ist kein Traum“, haben sie sich als Motto gewählt. Diesen Satz kann man entziffern, wenn man die Schriftzeichen, die sie auf ihren T-Shirts gedruckt haben, nacheinander liest. Dabei ist das Motto nicht resignativ zu verstehen. Vor allem nicht, wenn man sieht, wie die gleichen Mitarbeitern dann später auf der Bühne als Band auftreten, wie der Lead-Sänger beispielsweise geschickt auf einer Tretmühle balanciert während er singt. Die Zukunft ist schon da, scheinen sie zu sagen.
An das in China sehr beliebte Tai Chi erinnert diese Pose eines Mitarbeiters im Rahmen des innerbetrieblichen Kunstprojekts.
Seit dem Jahr 2000 lädt das Siemens Arts Program in Kooperation mit der Kommunikationsabteilung des Unternehmens junge chinesische Künstler ein, zusammen mit Mitarbeitern chinesischer Siemens-Tochtergesellschaften Kunstprojekte durchzuführen. Die Projektreihe "What are they doing here?" wurde vom Siemens Arts Program als Artist-in-Residence-Projekt konzipiert. Bisher entwickelten sieben Künstler in den Unternehmens-Standorten Shanghai, Peking, Wuhan, Huizhou und Foshan in engem Austausch mit den Angestellten über Monate hinweg künstlerische Projekte. Sie reflektieren den jeweiligen Arbeitskontext auf unterschiedlichste Weise, zum Beispiel in Hinblick auf soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte.
Innerbetriebliche, kulturelle Projekte wie diese sind „eine Spezialität“ des Siemens Arts Program. Zum einen bieten sie den Künstlern einen Einblick in sonst eher unzugängliche Situationen der Wirtschaft sowie einen unkonventionellen Ort für die Erarbeitung ihrer Kunstprojekte. Zum anderen eröffnet sich den Mitarbeitern eine neue Perspektive auf ihr Arbeitsumfeld, indem auch ihre Ideen und Visionen sowie die soziale Komponente der Arbeit künstlerisch sichtbar gemacht werden. Nicht zuletzt wird vermittelt, wie ein Künstler arbeitet.