Nach wie vor sind unsere eigenen Ausbildungsaktivitäten eine tragende Säule der Zukunftssicherung des Unternehmens – nicht nur in Deutschland, sondern auch in 30 weiteren Ländern.
Siemens hat sich in den vergangenen Jahren aktiv an der Weiterentwicklung verschiedener Berufsbilder beteiligt. In den Ausbildungsgängen werden heute neben fachlichen Fähigkeiten auch methodische, soziale und individuelle Kompetenzen vermittelt. Die Siemens-Berufsbildung kann auch von externen Unternehmen genutzt werden; dabei ist es möglich, die Mitarbeiter komplett bei Siemens ausbilden zu lassen oder einzelne Ausbildungsmodule gezielt auszuwählen.
Die Siemens Berufsbildung bietet etwa 30 verschiedene Ausbildungs- und Studiengänge an. Wie in den vergangenen Jahren kommen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung auch dadurch nach, dass wir in Anbetracht der angespannten Situation auf dem deutschen Lehrstellenmarkt über Bedarf ausbilden. Auch behinderten Jugendlichen bieten wir Ausbildungsplätze an.
Für Abiturienten, die nicht studieren, sondern einen IT-Beruf erlernen möchten, haben wir eine neue Ausbildungsform geschaffen. Bei “Siemens Live Learning“ wird das theoretische Wissen auch direkt am jeweiligen Arbeitsplatz vermittelt: Dabei sind die Auszubildenden live mit ihren Dozenten verbunden. So wird also die Theorie am Arbeitsplatzcomputer gepaukt.
Das deutsche duale System der Ausbildung, das die theoretische Bildung in Berufsschulen mit der Praxis im Betrieb kombiniert, wird von Siemens vielfach in seine Regionalgesellschaften “exportiert“ und trägt dort zum hohen Qualifikationsstand der Mitarbeiter und somit auch zur hohen Qualität der Wertschöpfung vor Ort bei. Nach diesem Prinzip erlernen in 30 Ländern Europas, Asiens, Amerikas und Afrikas – angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten des Landes – rund 4.000 Auszubildende einen Beruf.
In der Ausbildung legen wir großen Wert auf die Kombination von theoretischer Bildung und praktischem Training im Betrieb.
Seit 1996 bietet Siemens in seinen Joint Ventures in China dreijährige Berufsausbildungen an. Inzwischen haben 380 junge Menschen in den Siemens Vocational Training Centers in Beijing und Shanghai eine Ausbildung beispielsweise zum Industriemechaniker, Industrieelektroniker, Mechatroniker oder Energieelektroniker durchlaufen.
Für die Ausbildung in China wurde das deutsche duale System zum Vorbild genommen und an die speziellen Anforderungen der chinesischen Industrie angepasst. Die theoretische Ausbildung findet an chinesischen Berufsschulen statt. Parallel dazu erhalten die Auszubildenden praktischen Unterricht im Vocational Training Center Shanghai; der praktische Betriebseinsatz erfolgt während der Ausbildung in den jeweiligen Joint Ventures.
Unsere Aktivitäten zu Kompetenzaufbau und Weiterentwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften haben wir in der Einheit Learning Campus (LC) zusammengefasst, um das Weiterbildungsangebot noch effektiver am Bedarf auszurichten. Die Lernprogramme von LC wurden eng mit den drei Unternehmensprogrammen Innovation, Kundenfokus und globale Wettbewerbsfähigkeit verzahnt. Dadurch können die Mitarbeiter ihre Kompetenzentwicklung noch gezielter auf die strategische Zielsetzung des Unternehmens ausrichten.
Alle Siemens-Bereiche beteiligen sich an dieser unternehmensweiten Initiative. Die vielfältigen Erfahrungen der Bereiche wurden zusammengetragen und zu einem entsprechenden “Best Practice“-Lernprogramm aufbereitet. Es ist nach Zielgruppen strukturiert und weltweit verfügbar. Neben dem klassischen Einzeltraining setzt LC mehr und mehr darauf, ganze Teams, Abteilungen oder Organisationseinheiten zu unternehmensrelevanten Themen fit zu machen. Auf diese Weise greift der Wissenstransfer deutlich schneller und zahlt sich damit eher aus.
In unserem weltweiten Schulungsprogramm für Führungskräfte lernen junge Mitarbeiter mit Führungspotenzial, länderübergreifend zusammenzuarbeiten. Die nach einem Bausteinsystem gestalteten Seminare laufen in über 45 Ländern mit großem Erfolg: So verzeichnete beispielsweise Siemens China im vergangenen Geschäftsjahr den tausendsten Absolventen eines solchen Programms im Land.
Hervorragende Finanzergebnisse, motivierte Mitarbeiter, zufriedene Kunden, effiziente Prozesse: Das sind die Ziele, die wir unseren Führungskräften vorgeben und an denen wir ihre Leistung messen. So geben die Mitarbeiter jedes Jahr Rückmeldung darüber, wie gut es ihrer Führungskraft gelingt, jeden Einzelnen zu motivieren. Als besonders erfolgreich haben sich diejenigen Siemens Bereiche erwiesen, die das Thema “Führung“ systematisch in ihre Geschäftsstrategie integrieren.