Siemens ist seit 50 Jahren mit Vertriebstandorten und Fertigungsstätten in Kolumbien präsent und hat sich einen Ruf als verlässlicher und kompetenter Partner bei Infrastrukturprojekten zur Energieerzeugung und -übertragung sowie Krankenhausprojekten, Mobilitäts- und Industrielösungen erworben. Mit seinem klar gesetzten gesellschaftlichen Engagement trägt das Unternehmen außerdem dazu bei, Menschen gezielt und nachhaltig zu helfen, Not zu lindern und Chancengleichheit durch Bildungsmöglichkeiten zu schaffen.
Ivan Cuellar legt den Telefonhörer auf und macht sich einige Notizen. Soeben hat er in einer internationalen Telefonkonferenz mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen mittelamerikanischen Ländern und der Kommunikationsabteilung in der Münchener Unternehmenszentrale die Einführung eines neuen Designs für die Siemens Internet-Website der Region besprochen. Der 30-jährige Kolumbianer ist seit vier Jahren als Webmaster in der Unternehmenskommunikation der Siemens Regionalgesellschaft mit Büro in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá tätig.
Ivan Cuellar, lange Jahre Special Forces in einer Antiguerilla Einheit der Armee wurde bei einem Gefecht schwer verletzt und verlor einen Arm. Nach Jahren im Dschungel ist er heute Internet-Verantwortlicher bei Siemens und stolzer Vater von zwei Töchtern.
Ivans Weg zu Siemens war alles andere als üblich. Im April 2005 kam er über ein Pilotprojekt zu Siemens, das im Kampf verwundeten und seitdem behinderten ehemaligen Soldaten Arbeit im Unternehmen gab. Sein Arbeitsplatz wurde – wie die der anderen über das Projekt zu Siemens gekommenen ehemaligen Armeemitglieder – entsprechend der individuellen Behinderung ausgestattet. Ivan hatte im kolumbianischen Heer gedient und war bei Kämpfen gegen eine Gruppe Guerilleros schwer verwundet worden. Trotz mehrer Operationen verlor er seinen linken Arm. Nach der Rehabilitation wurde ihm eine Armprothese angepasst. Er war der Erste, der von dem Pilotprojekt bei Siemens profitierte: Er durchlief eine Ausbildung in Programmierung und Webdesign und ist heute festangestellt. Mit Ivan nahmen vier weitere ehemalige Soldaten an dem Pilotprojekt teil, zwei von ihnen haben das Unternehmen inzwischen wieder verlassen, um erfolgreich andere Laufbahnen einzuschlagen.
Das Projekt war ein voller Erfolg, denn alle fünf Teilnehmer konnten dauerhaft im Unternehmen integriert werden oder sich andere Berufswünsche erfüllen. Daher plant Siemens Kolumbien noch im Jahr 2009 aus dem Pilotprojekt ein dauerhaftes Programm zur Integration von im Kampf verwundeten Soldaten zu machen.
Auch Paola Montaño ist behindert und arbeitet bei Siemens Kolumbien. Sie ist 20 Jahre alt und wurde taub geboren. Als Kind lernte sie die Zeichensprache. Heute arbeitet sie in der Hörgerätefabrikation, wo sie die Hüllen für die Hörgeräte passgerecht gestaltet. Eigentlich hatte sie Grafikdesignerin werden wollen. Doch daraus wurde nichts, weil ihr die Regierung während des Hochschulstudiums keinen geeigneten Übersetzer zur Verfügung stellen konnte. Dafür hat sich ihre Lebensqualität seit zwei Jahren dramatisch verbessert. Damals wurde ein Siemens-Mitarbeiter auf sie aufmerksam, der das Förderprogramm des Unternehmens für Hörgeschädigte kannte. Sie konnte an einem Ferienkurs teilnehmen, der Teil eines Trainingsprogramms für Studenten ist. Danach wurde sie in eine unbefristete Stelle übernommen. Nach einem erfolgreichen Stimulationsprozess für ihr Gehör kann sie nun sogar mit Hilfe von Hörgeräten verstehen, was um sie herum vorgeht.
Die taub geborene Paola Montaño konnte bei Siemens ein Trainingsprogramm durchlaufen und ist heute eine zuverlässige Mitarbeiterin in der Hörgerätefabrikation.
Das Förderprogramm für hörgeschädigte Mitarbeiter, in dessen Genuss die junge Kolumbianerin kam, hatte Siemens im Jahr 2006 gestartet: Mitarbeitern und deren Familienmitgliedern wurden Hörgeräte zu besonders günstigen Preisen zur Verfügung gestellt.
Siemens ist seit mehr als 50 Jahren in Kolumbien aktiv und betreibt heute in der Hauptstadt Bogotá Werke zur Herstellung von Transformatoren, Elektromotoren, Ventilatoren, Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen sowie Hörgeräten. Mit Tochtergesellschaften in Medellín, Cali und Barranquilla und zeigt Siemens außerdem im ganzen Land Präsenz. Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Umsatz mit Kunden in Kolumbien 155,9 Mio. EUR. Siemens beschäftigt derzeit 1.334 Mitarbeiter im Land. 2007 haben Siemens Kolumbien und die Mitarbeiter in einer gemeinsamen Initiative die gemeinnützige Stiftung „Fundación Siemens“ gegründet, die in Kolumbien für die Durchführung von Responsibility-Programmen verantwortlich ist.