In der Vergangenheit erfüllte die Ingenieursausbildung in Mexiko nicht die Anforderungen, um mit der weltweiten Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie mithalten zu können. In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Universitäten gelang es Siemens VDO, die Rahmenbedingungen für die Ingenieursausbildung im Land deutlich zu verbessern. Damit kann der Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieuren in Zukunft besser befriedigt werden.
Derzeit verzeichnet Mexiko die beste wirtschaftliche Entwicklung in ganz Lateinamerika. Die mexikanische Wirtschaft ist geprägt durch eine verstärkte Industrialisierung, in der sich die Automobilindustrie als wichtigster Motor erweist: Die Branche erwirtschaftet 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und hat 21,9 Prozent Anteil am Export.
Die Ingenieursausbildung in Mexiko konnte dank einer Initiative der ehemaligen Siemens-Gesellschaft Siemens VDO wesentlich verbessert werden.
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft eines Landes im globalen Wettbewerb bestehen kann, sind gut ausgebildete Fachkräfte. Und auch für Unternehmen sind die Fähigkeiten der Mitarbeiter ein Schlüssel zu dauerhaftem wirtschaftlichen Erfolg. In der Vergangenheit erfüllte die Ingenieursausbildung in Mexiko allerdings nicht die Anforderungen, um mit der weltweiten Forschung und Entwicklung mithalten zu können: Der zu geringe Praxisbezug und die zu lange Ausbildungszeit machten ein Ingenieursstudium wenig attraktiv.
Das bekam auch Siemens VDO zu spüren: Das Unternehmen produziert mit 3.018 Mitarbeitern in seinem Werk in Guadalajara und ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Da es der bestehenden Berufsbildung aber an praktischer Ausbildung mangelt, müssen neu eingestellte Ingenieure ein einjähriges zusätzliches Training im Unternehmen durchlaufen, bevor sie die ihnen gestellten Aufgaben – vor allem in der Forschung und Entwicklung – übernehmen können. Siemens VDO verfolgt daher das Ziel, die Berufsbildung für Ingenieure zu verbessern und die Zeit des zusätzlichen Trainings zu verkürzen.
Dazu haben sich Fachleute des Unternehmens mit Vertretern der Regierung, der Handelskammer, von Universitäten und weiteren Unternehmen der Autozulieferindustrie zusammengeschlossen und ein Konzept für eine bessere Ingenieursausbildung entwickelt. Es beruht auf drei Säulen: Einem theoretischen Teil mit drei Ausbildungsprogrammen in der Elektronik, einem praktischen Teil im Trainingslabor der Universität, das von Siemens ausgestattet wurde, sowie einem Praktikum im Unternehmen.
Dieses Konzept verbessert die Rahmenbedingungen für die Ingenieursausbildung im Land deutlich und wurde von der gesamten Zulieferindustrie übernommen. Darüber hinaus wurde es in das Programm der mexikanischen Regierung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit aufgenommen. Es hat damit landesweiten Einfluss.