„Bewegungsmelder“ heißt ein neues Projekt der Innerbetrieblichen Kulturarbeit des Siemens Arts Program. Drei junge Choreografinnen haben hierfür mit Auszubildenden und jungen Siemens-Mitarbeitern im K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel ein Vermittlungsprojekt zu zeitgenössischem Tanz und Performance erarbeitet.
„Headbangen“ kennt und kann jeder. Mit dieser rhythmischen Kopfbewegung im Takt der Musik – vorwärts, rückwärts, seitwärts oder im Kreis – kann die Choreografin Sylvi Kretzschmar die jungen Siemens-Mitarbeiter schnell für ihren Workshop begeistern. Wie fühlt sich Headbangen an? Mit welchen Bewegungen kann Headbangen kombiniert werden? Die Siemens-Mitarbeiter erproben in den Räumen des K3 – Zentrums für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel diese Bewegungsabläufe. Aber nicht nur hier: Sie fahren an andere Orte der Stadt, um auch dort diese Bewegung zu erleben und halten alles per Video fest.
Dieser Workshop in Hamburg ist Teil des aktuellen Projekts „Bewegungsmelder“ des Siemens Arts Program. Die drei jungen Choreografinnen Lucia Glass, Sylvi Kretzschmar und Doris Stelzer, die eine neunmonatige Residenz im K3 absolvieren, konnten hierfür gewonnen werden. Über fünf Wochen haben sie die Arbeitsphase mit Hamburger Auszubildenden und jungen Mitarbeitern der Siemens AG gestaltet. Am 21. Mai wurden Fundstücke und Ergebnisse dieses Arbeitsprozesses in Form von Tanzperformances, Videos und Fotos auf Kampnagel präsentiert.
Siemens-Auszubildende und junge Mitarbeiter entdecken mit dem "Headbangen" die Welt des zeitgenössischen Tanzes.
Bewegungsmelder reagieren sehr sensibel auf das, was in ihrer Umgebung an sich nicht vorgesehen ist. In diesem Sinne möchten die drei Choreografinnen die jungen Siemens-Mitarbeiter sensibilisieren für das, was um sie herum geschieht. Denn das hängt nicht zuletzt vom eigenen Standpunkt ab. Und der ändert sich gerade in der Bewegung in Sekundenschnelle. So geht es etwa Sylvi Kretzschmar nicht darum, den jungen Menschen komplizierte Tanzschritte zu vermitteln. Im Gegenteil, sie vermittelt ihnen durch die Erfahrung des „Headbangens“, wie sich Bewegung anfühlt und sich für den Darstellenden selbst und für die, die ihn dabei beobachten, ganz unterschiedlich gestaltet.
Die Art, wie Bewegungen von Menschen in Zeitungen oder auf Plakatwänden dargestellt wird, ist häufig weit von jeder Natürlichkeit entfernt: das Model, das die Schultern ungewöhnlich weit nach vorn zieht; der Macho, der dem Betrachter seine entblößte Brust entgegenreckt – Lucia Glass und Doris Stelzer haben mit den jungen Mitarbeitern erarbeitet, wie menschliche Bewegung inszeniert wird und sich dies auf die eigene Körperwahrnehmung auswirkt. Einfache Bewegungsabläufe wurden hierfür von den jungen Teilnehmern in Szene gesetzt, erprobt und per Video und Foto festgehalten. Auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Arbeit und Arbeitswelt waren Thema.
Durch die Erfahrung des "Headbangens" erfahren die Workshop-Teilnehmer, wie sich Bewegung anfühlt und wie sie gestaltet werden kann.
Das Team des Siemens Arts Program setzt sich mit Initiativprojekten in den Bereichen Bildende Kunst und Darstellende Kunst, Musik sowie Zeit- und Kulturgeschichte für die Förderung von Kunst und Kultur ein. Die Innerbetriebliche Kulturarbeit führt interessierte Mitarbeiter des Unternehmens an zeitgenössische Kunstformen heran, um auf diese Weise den kulturellen Dialog – auch im Arbeitsumfeld – zu fördern. Die Veranstaltungsreihen und Projekte sind für die jeweiligen Unternehmensstandorte konzipiert und ermöglichen eine intensive Teilnahme am kulturellen Leben der Region. Dabei stehen regelmäßige Vermittlungsangebote mit Kuratoren, Künstlern, Sammlern usw. auf dem Programm, aber auch Partizipationsprojekte innerhalb des Unternehmens, die den Dialog zwischen Kunst und Wirtschaft suchen und beiden Seiten zu neuen Sichtweisen verhelfen.