Das Projekt von mdexx und der Behindertenwerkstatt Martinshof in Bremen leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt und für ihre berufliche und gesellschaftliche Anerkennung: Seit zehn Jahren arbeiten behinderte Menschen bei Siemens mit Nichtbehinderten zusammen und sind dort in den Arbeitsprozess eingebunden.
Bei der Siemens-Tochter mdexx in Bremen arbeiten Behinderte seit vielen Jahren in der Fertigung mit.
Der Martinshof ist eine der größten Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Seit mehr als 50 Jahren werden hier Menschen, die im normalen Arbeitsprozess keine Chance hätten, unter individueller Betreuung in verschiedenen Tätigkeiten angelernt. Derzeit sind es 1.680 Personen, die nicht nur in eigenen Werkstätten, sondern auch an etwa 30 Standorten gewerblicher und industrieller Unternehmen in der Stadt und im benachbarten Landkreis arbeiten.
Zu diesen Standorten gehört auch das Werk von mdexx, Magnetronic Devices GmbH & Co. KG, eines Tochterunternehmens von Siemens Automation and Drives in Bremen, das Transformatoren, Drosseln, Filter, Stromversorgungen und Ventilatoren produziert. Bereits seit zehn Jahren arbeitet hier jeweils eine Gruppe aus dem Martinshof in der Montage von Drosseln für Wechselrichter.
Die Zusammenarbeit hat das Ziel, Menschen mit Behinderungen langfristig eine lohnende Aufgabe zu übertragen. Nach einer zweiwöchigen Einarbeitungsphase wird entschieden, wie jeder einzelne im Produktionsprozess eingesetzt werden kann. Auch die Schulung in komplexeren Tätigkeiten in der Fertigung gehört zum Konzept. Betreut werden die Behinderten gemeinsam von Mitarbeitern des Martinshofs und Kollegen bzw. Kolleginnen von mdexx.
Für die Menschen aus dem Martinshof, die selbstständig zu ihrem Arbeitsplatz fahren und dort mit Nichtbehinderten zusammenarbeiten, bedeutet die Arbeit bei mdexx mehr Selbstständigkeit und eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls. Durch die Einbindung in ein und denselben Arbeitsprozess mit Nichtbehinderten erfahren sie Bestätigung und berufliche Anerkennung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt.
Gleichzeitig verringert es bei den mdexx-Mitarbeitern die Berührungsängste gegenüber Menschen mit Behinderungen und verbessert das Verständnis für deren Situation. Aus finanzieller Sicht bedeutet das Projekt für mdexx eine Verbesserung der Kostensituation, da arbeitsintensive Tätigkeiten von den Mitarbeitern vom Martinshof kostengünstiger übernommen werden.
Damit haben der Martinshof und mdexx eine Zusammenarbeit etabliert, von der alle Beteiligten profitieren: Die behinderten Menschen durch feste Arbeitsplätze, die Betreiber des Martinshofs durch regelmäßige Einnahmen, und mdexx durch die Verbesserung seiner Wettbewerbssituation.