Mit dem zunehmenden Wandel von der Industrie- zur wissensintensiven Dienstleistungswirtschaft hängen Wertschöpfung und Wettbewerbskraft nicht mehr ausschließlich von den technischen Produktionsmitteln, sondern immer mehr von der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft und damit in besonderem Maße auch von der körperlichen Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ab. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz tragen daher wesentlich zum Erfolg unseres Unternehmens bei.
Der traditionelle Arbeitsschutz hat bei Siemens durch die Verringerung von Arbeitsunfällen und die Prävention von Berufskrankheiten entscheidend zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz beigetragen. Dennoch sind weitere Potentiale vorhanden, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, um damit krankheitsbedingte Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern:
Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter notwendige Kompetenz, Schulung und Ausstattung, um ihrer Verantwortung für Gesundheit und Sicherheit zu entsprechen, Gefahren und Risiken zu vermeiden und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
An vielen unserer Standorte weltweit finden Mitarbeiter in Betriebsärztlichen Dienststellen Gesundheitsberatung und -betreuung.
Verantwortung und Zuständigkeiten für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sind seit jeher klar geregelt, wurden aber in diesem Jahr noch stärker gebündelt und daher noch schlagkräftiger gestaltet. Seit dem 1. Februar 2009 hat Dr. Ralf Franke die Leitung der neuen zentralen Management-Einheit „Health Management“ in der Funktion des Corporate Medical Directors übernommen. Des Weiteren wurden auf Beschluss des Vorstands die unternehmensweiten Governance-Funktionen für Umweltschutz, Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit in der Stabsabteilung „Environmental Protection, Health Management and Safety“ (EHS) mit Wirkung zum 1. Mai 2009 zusammengefasst, deren Leitung ebenfalls Dr. Franke verantwortet. In dieser Eigenschaft berichtet er an den Arbeitsdirektor und Siemens Vorstand Prof. Dr. Siegfried Russwurm. Ziel dieser Organisationsstruktur ist es, ein erstklassiges EHS-Management aufzubauen und global zu etablieren, um so die Wettbewerbsfähigkeit von Siemens nachhaltig zu steigern.
Unsere weltweit im Unternehmen gültigen Richtlinien legen verbindliche Mindeststandards für den Arbeits- und Gesundheitsschutz fest. Danach sind die Gesundheit und Sicherheit eines jeden, der für oder mit Siemens arbeitet, ein Grundprinzip für alle weltweiten Aktivitäten von Siemens. Gesundheit und Sicherheit zu fördern, gehört zur Unternehmenskultur und spiegelt die Verantwortung für die Menschen und zugleich für das Geschäft wider. Durch einen kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess, durch Vergleich und Erfahrungsaustausch soll eine Spitzenstellung auf diesem Gebiet erreicht und gefestigt werden.
Entscheidend für ein erfolgreiches Gesundheits- und Sicherheitsmanagement ist das aktive und sichtbare Engagement der obersten Führungsebene. Alle Führungsebenen sind daher verantwortlich, dass die rechtlichen Anforderungen und Standards für Gesundheit, Sicherheit und Notfallpläne entsprechend den Richtlinien und den jeweils geltenden nationalen Vorschriften umgesetzt werden. Mit Kommunikation zwischen allen Ebenen und Funktionen wird das Bewusstsein für Gesundheit und Sicherheit gefördert.
Durch eine systematische Berichterstattung ist für die oberste Führungsebene die wesentliche Voraussetzung gegeben, um die Ausrichtung und Leistungsfähigkeit des Gesundheits- und Sicherheitssystems in seiner Gesamtheit zu bewerten und Strategien für seine Verbesserung festzulegen. Deshalb vergleichen wir unsere Ergebnisse auf dem Gebiet Gesundheit und Sicherheit regelmäßig mit den gesetzten Zielen und verfügbaren externen Statistiken.
Regelmäßige Audits weltweit sorgen dafür, dass externe und interne Vorschriften umgesetzt und eingehalten werden. Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsexperten, Betriebsärzte und Arbeitnehmervertreter arbeiten gemeinsam an weiteren Verbesserungen.
Diabetes ist eine der medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Die Typ 2 Diabetes, besser bekannt als Zuckerkrankheit, ist weltweit eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Derzeit leben allein in Deutschland sechs Millionen Menschen mit Diabetes. Bis 2010 wird ein Anstieg auf etwa zehn Millionen Menschen erwartet, wobei die Krankheit zunehmend in jüngeren Jahren beginnt. Hauptrisikofaktoren wie Bewegungsmangel und Übergewicht fördern diese Entwicklung. Eine aktive Prävention mit wirkungsvollen Maßnahmen beugt dem vor. Unter der Schirmherrschaft der Siemens Standortleitung in Erlangen wurde das Projekt PRAEDIAS ins Leben gerufen. Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko festgestellt wurde, erhielten die Möglichkeit, an einem kostenlosen Schulungsprogramm zur Senkung des Diabetes- und des allgemeinen Herz-Kreislauf-Risikos teilzunehmen. Nach zwölf Monaten wurde bei den beteiligten Personen (PRAEDIAS-Aktionsgruppe) eine Verbesserung vieler Parameter wie Glukosetoleranztest, Gewicht, Cholesterin und Blutdruck festgestellt. Das Risiko für die Entstehung eines Diabetes Typ 2 und auch das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko konnten deutlich gesenkt werden.
Zur aktiven Unterstützung der Gesundheitsvorsorge bietet die Siemens AG Führungskräften des Oberen Führungskreises und des Direktionskreises alle drei Jahre Vorsorgeuntersuchungen an. Dazu wurde mit Betriebsärzten ein Standard-Untersuchungsprogramm erarbeitet, das wesentliche Gesundheitsparameter (Schwerpunkt Herz-Kreislaufsystem) berücksichtigt.
Die Vision Gesundheit ist gewachsen aus der Erkenntnis, dass wir auf qualifizierte, motivierte und gesunde Mitarbeiter und Führungskräfte mit sozialer Kompetenz und emotionaler Stabilität angewiesen sind. Jede Beeinträchtigung der Gesundheit führt über die damit verbundenen Kosten (Erhöhung des Krankenstands, Fehlzeiten) zu erheblichen Kosten für das Unternehmen. Stress-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie Schäden am Bewegungsapparat treten heute immer häufiger schon bei jüngeren Mitarbeitern auf.
Die Siemens Kuren arbeiten nach anerkannten wissenschaftlichen und therapeutischen Methoden. Ausreichende Bewegung genauso wie Ernährung, aber auch Techniken zur Stressbewältigung und Entspannung müssen ins Gleichgewicht gebracht werden.
In 24 Tagen erfahren die Teilnehmer aktiv Praxis und Theorie des 3-Säulen-Programms:
In dreitägigen Gesundheitsseminaren werden Führungskräfte für ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitarbeiter sensibilisiert. Ihnen werden Wege aufgezeigt, wie sie ihre optimale körperliche und geistige Kondition erreichen bzw. erhalten können. Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden können so langfristig gesteigert werden.
Seit mehreren Jahren fürchtet man die Entstehung eines neuen, modifizierten Grippevirus, das bezüglich Erkrankungsrate bisherige Influenzawellen übertreffen könnte. Wann und in welchem Ausmaß eine solche Influenzapandemie auftreten wird, kann derzeit niemand voraussagen. Laut WHO muss jedoch damit gerechnet werden. Eine frühzeitige Pandemieplanung ist daher von besonderer Bedeutung. Für Siemens wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit der betriebsärztlichen Kommission für Tropen- und Infektionskrankheiten/Reisemedizin eine weltweite Strategie festgelegt, wie insbesondere der Betriebsärztliche Dienst sich auf eine solche Situation vorzubereiten hat. Für die Erstellung lokaler Pandemiepläne wurde eine Mustervorgehensweise erarbeitet und allen Betriebsleitungen zur Verfügung gestellt. Dabei wurden für jede der von der WHO festgelegten Phasen spezifische Vorgehensweisen formuliert, wie Prüfen und Festlegen aller präventiv zu treffenden Maßnahmen, Überlegungen zum Vorgehen nach Ausbruch und während einer Pandemie sowie die gesicherte Rückkehr zum “Normalbetrieb“ bei Rückstufung seitens der WHO.