Mit dem Aufbau der Internet-basierten Informationsplattform Health-e-Child für die Kinderheilkunde will das Team von Siemens Medical Solutions dabei helfen, Erkenntnisse und Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet Ärzten, Kliniken und Forschungsinstituten weltweit zur Verfügung zu stellen.
Obwohl Krankheitsverläufe bei Kindern in vielen Fällen stark von den Verläufen bei Erwachsenen abweichen und daher auch entsprechend anders behandelt werden müssen, wurde die Kinderheilkunde in der Forschung bislang vernachlässigt und macht eher geringe Fortschritte. Die Gründe liegen darin, dass viele Erkrankungen bei Kindern selten auftreten und daher nicht ausreichend in deren Erforschung investiert wird. Außerdem konnte der Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen bisher nicht flächendeckend gewährleistet werden. Dies ist aber notwendig, da komplexe Erkrankungen von einem einzelnen Krankenhaus oder auch von einem einzelnen Fachbereich nicht ausreichend erforscht werden können.
Die Professoren Giacomo Pongiglione (links) und Alberto Martini aus Genua haben sich dem Kampf gegen Rheuma bei Kindern verschrieben.
Siemens Medical Solutions ist ein führendes Unternehmen in medizinischen Diagnose- und Informationstechnologien und verfügt damit über die entsprechenden Technologien, um hier Abhilfe schaffen zu können. Ein Mitarbeiterteam des Erlanger Med-Standorts hat sich daher das Ziel gesetzt, eine Europa-weite Wissensplattform aufzubauen, über die Krankenhäuser, Forschungsinstitute und Unternehmen ihre Erkenntnisse in Diagnose, Behandlung und Biomedizin miteinander teilen können. Dadurch erhofft sich das Team eine Verbesserung der medizinischen Versorgung von Kindern, vor allem bei seltenen Krankheiten.
Das engagierte Med-Team konnte bereits erste Erfolge beim Aufbau der Wissensplattform erzielen: Unter seiner Leitung wurde sie in mehreren europäischen Partnerkrankenhäusern, Universitäten und medizinischen Instituten installiert. Sie bietet so interdisziplinären Teams aus dem technischen und dem klinischen Bereich die Möglichkeit, eng miteinander zu kooperieren. Die Zusammenarbeit konzentriert sich zunächst auf die Erforschung von Hirntumoren, Arthritis und Herzerkrankungen – Bereiche, die in der Kinderheilkunde bisher nicht ausreichend dokumentiert wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt von Health-e-Child liegt in der interdisziplinären Schulung von Ärzten, auch über den Teilnehmerkreis des Projekts hinaus. Ein Kurs zur Genetik von entzündlichen Erkrankungen bei Kindern wurde bereits in Bologna, Italien, durchgeführt.
Die Pläne der Beteiligten sehen vor, die Informationsplattform, die durch das 6. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union unterstützt wird, zu einem weltweiten Netzwerk auszubauen, das auch Krankenhäuser in entlegenen Gebieten einschließt.