Siemens ist im Einkauf als Netzwerk organisiert und bindet die weltweiten Einkaufsabteilungen in das Netzwerk ein. Hochvolumige Materialien werden im gemeinsamen Einkauf gebündelt, weltweit eingekauft und konzernweit verhandelt. Lieferanten werden anhand eines ganzheitlich integrierten Lieferantenmanagement-Systems ausgewählt und bewertet. Corporate Responsibility ist ein essentieller Bestandteil der Siemens Einkaufsstrategie und wird in die bestehenden Systeme, Methoden und Tools integriert, die laufend überprüft und bei Bedarf verbessert werden.
Seit Anfang Mai 2007 ersetzt der weiterentwickelte Code of Conduct für Siemens Lieferanten die seit 2002 geltenden Grundanforderungen an Lieferanten. Bestehende Anforderungen haben wir präzisiert, neue sind hinzugekommen. Die Einhaltung dieser Grundsätze wird durch Self-Assessments und Audits bei unseren Lieferanten überprüft.
Siemens verfolgt ein konsequentes Lieferantenmanagement, in das unsere Nachhaltigkeitsanforderungen integriert sind.
Corporate Responsibility bedeutet für Siemens, den Erfolg und die Zukunft des Unternehmens zu sichern, indem wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt werden, um materielle und immaterielle Werte auf ethische Weise zu schaffen.
Im Konzernprogramm Fit4 2010 hat sich Siemens das Ziel gesetzt, bis 2010 zum weltweiten Vorbild für Transparenz und Compliance zu werden. Dies wird unter anderem über klare Regeln für jeden Mitarbeiter ebenso wie weltweit verbindliche Mindestanforderungen für Lieferanten umgesetzt. Die Umsetzung dieser Mindestanforderungen wird neben Schulungen auch mit der Durchführung Procurement Compliance Konferenzen in verschiedenen Regionen aktiv unterstützt.
Um eine wirksame Befähigung und Kontrolle der Lieferanten in Bezug auf Corporate Responsibility in der Lieferkette sicherzustellen, ist die Schulung unserer Mitarbeiter entscheidend. Für die Mitarbeiter der Einkaufsabteilungen und die Qualitätsabteilungen finden beispielsweise seit Juli 2007 regelmäßige Web-Konferenzen zur weltweiten Unterstützung der Implementation des Code of Conduct für Siemens-Lieferanten statt. In regulären Einkaufstrainings sind u.a. zusätzliche Module zum Thema Code of Conduct und Corporate Responsibility in der Lieferkette seit Juli 2007 fester Bestandteil. Im Rahmen des weltweiten Rollouts werden zudem für das Senior Management aus den Fachfunktionen Procurement, Quality Management und Compliance „Procurement Compliance Konferenzen“ mit verpflichtender Teilnahme veranstaltet.
Gestartet wurde die Procurement Compliance Initiative in China, da China zu den wichtigsten Märkten für Siemens zählt und seine Bedeutung als Lieferant von Schlüsselprodukten und Services künftig noch wachsen wird. Nahezu 200 Senior Procurement-, Qualitäts- und Compliance Manager aus China kamen im Juli 2007 für zweieinhalb Tage in Peking zusammen, um Maßnahmen für die zügige Implementierung des Code of Conduct für Lieferanten zu vereinbaren. Richard Hausmann, Gastgeber und CEO von Siemens China, betonte: „Uns bietet sich hier die großartige Gelegenheit, unser Verständnis zu vertiefen, wie wir die Beziehungen zu unseren Lieferanten in einem von Operational Excellence und Compliance geprägten Umfeld optimieren.“ „Diese Konferenz ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, Siemens weltweit zum Vorbild für Transparenz und Compliance zu machen“, so Zentralvorstand Klaus Wucherer.
Chief Compliance Officer Dr. Andreas Pohlmann auf der Procurement Compliance Konferenz in Prag.
Im Anschluss an diese Conference fand am 22. November 2007 ein Lieferantentag zum Thema Corporate Responsibility in der Lieferkette mit insgesamt 75 Teilnehmern aus Südchina statt. Ähnliche Lieferantentage wurden im März 2008 für die Region Ost (Großraum Schanghai) und Nord (Großraum Peking) mit großem Erfolg durchgeführt.
Im Dezember 2007 fand die zweite Procurement Compliance Konferenz für Europa in Prag statt. 150 Procurement-, Compliance- und Qualitätsmanager aus Europa diskutierten die Herausforderungen, die Compliance und Corporate Responsibility an den Einkauf und den Lieferanten stellen.
Neben der engen Zusammenarbeit von Compliance-, Procurement- und Qualitätsmanagern geht es darum, wie Corporate Responsibility in der Lieferkette nachhaltig sichergestellt werden kann. Andreas Pohlmann, Chief Compliance Officer bei Siemens, zog vor den 150 Teilnehmern des Senior Managements aus den Fachfunktionen Einkauf, Qualität und Compliance eine positive Bilanz der vergangenen Monate: Hatten sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung in Peking erstmals untereinander austauschen können, so machten sich schon wenig später erste Maßnahmen der Realisierung zusammen mit Lieferanten bemerkbar.
Weitere Procurement Compliance Konferenzen wurden in Lateinamerika und den USA durchgeführt.
Der Siemens Einkauf ist als Netzwerk organisiert, das weltweit vor Ort vertreten ist. Einen erheblichen Anteil unseres Einkaufsvolumens beziehen wir regional und lokal. Siemens hat zur Unterstützung der weltweiten Einkaufsprozesse und zur Umsetzung der strategischen Einkaufsziele den Siemens Buyside Marketplace als die alleinige, konzernweit verbindliche E-Procurement-Plattform eingeführt.