Um unser Wissen über Umweltmanagement, Methoden, Lösungen und Erfahrungen auch über Standort-, Sektoren- und Ländergrenzen hinaus zu kommunizieren, verfügt Siemens über ein weltweites Umweltschutznetzwerk.
Zur Weiterbildung der mit dem Produktbezogenen Umweltschutz befassten Funktionsträger im Unternehmen gibt es jährlich eine zweitägige Fachveranstaltung über aktuelle Themen des produktbezogenen Umweltschutzes.
Für Umweltschutzbeauftragte oder andere Mitarbeiter mit umweltrelevanten Aufgaben an den Fertigungsstandorten werden weitere Fachveranstaltungen im Betrieblichen Umweltschutz angeboten. In Deutschland ist dies eine fünftägige Veranstaltung, in der wir allgemeines und auf Siemens bezogenes Grundwissen zum Umweltschutz sowie rechtliche Grundlagen vermitteln. Ein anderes Beispiel sind Energie- und Ressourcenworkshops, die wir auf internationaler Ebene anbieten: In ihnen erfahren Standortvertreter, wie sie ihre Energie- und Ressourcenverbrauche analysieren und optimieren sowie Umweltprojekte definieren können. Abgerundet wird das Angebot durch die jährliche Weiterbildung der Siemens Umwelt-Auditoren. Bei Bedarf bieten wir Schulungen zu unserem Reporting-Tool SESIS an, welches das weltweite Reporting umweltrelevanter Aspekte sicherstellt.
Wenn darüber hinaus spezifische Fachvorträge oder Fachveranstaltungen von Sektoren, Divisions, Business Units oder Regionalorganisationen gewünscht oder notwendig werden, stehen die Experten aus den Unternehmensreferaten hierfür mit ihrem Fachwissen zur Verfügung.
Der Wissensaustausch findet jedoch nicht nur auf Unternehmensebene statt – auch Divisions oder Regionalorganisationen veranstalten regelmäßig Treffen, um ihre produktions- oder produktbezogenen bzw. länderspezifischen Themen zu besprechen.
Seit 1997 schreibt Siemens im Dreijahresturnus einen internen Umweltschutz-Wettbewerb aus.
Bei dem zuletzt im Jahr 2006 durchgeführten Wettbewerb stand das Motto „Geschäftserfolg durch Umweltschutz“ im Vordergrund. Insgesamt wurden Preise in den Kategorien „Umweltverträgliche Produkte und Lösungen“, „Umweltverträgliche Prozesse und Umweltmanagement“ sowie „Umweltkommunikation und gesellschaftliches Engagement“ verliehen. In jeder Kategorie wurden jeweils ein erster und mehrere gleichrangige weitere Auszeichnungen ausgelobt; darüber hinaus vergab Siemens einige Sonderpreise.
Die Bewertung der Beiträge erfolgte durch ein Gremium aus externen, unabhängigen Wissenschaftlern und Siemens-Experten, die sich zwischen 101 Beiträgen aus 21 Ländern zu entscheiden hatten. Bei den Bewerbungen zum Umweltpreis 2006 waren alle Geschäftsbereiche und viele Regionalgesellschaften des Unternehmens vertreten. Dies zeigt, wie sehr das Thema Umweltschutz im Konzern verankert ist und welches Spektrum es im Unternehmen einnimmt.
Die Preisverleihung wurde von Herrn Prof. Hermann Requardt, der im Siemens-Vorstand verantwortlich für Umweltschutz ist, durchgeführt. In seiner Rede nahm er bei der Preisverleihung Bezug auf das Wettbewerbsmotto und betonte: „Wirtschaftlichkeit ist das Gebot der Stunde. Der Umweltpreis zeigt, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, kostenbewusst und gleichzeitig möglichst umweltverträglich zu fertigen. Intelligenter, integrierter Umweltschutz schafft Vorteile bei den life cycle costs. Außerdem helfen unsere umweltverträglichen Innovationen bei Produkten, Lösungen und Dienstleistungen unseren Kunden, sich im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. Umweltorientierung ist bei Siemens daher auch Kundenorientierung.“
Die ersten Preise in den drei Kategorien wurden im Jahr 2006 zu folgenden Themen verliehen:
Dass Umweltmanagement weit mehr ist als das Verwalten von Umweltschutz, nämlich auch das Formulieren anspruchsvoller Ziele und motivierende Mitarbeiterführung im unternehmerischen Alltag, zeigt die Siemens Regionalgesellschaft in Brasilien. Deren Umweltschutzabteilung hat mit Programmen, die im Rahmen des Umweltmanagements gestartet wurden, unter anderem fünf Prozent Wasser gespart und – alleine durch Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung in der Belegschaft – den Energieverbrauch um zwei Prozent gesenkt. Bis Ende 2007 rechnet Siemens Brasilien mit Kosteneinsparungen durch Umweltprogramme in Höhe von rund 160.000 Euro.
Der Computer-Tomograph „Somatom Definition“, eins der neuesten medizinischen Diagnosegeräte des Siemens-Sektors „Healthcare“, verbraucht für eine Standard-Thorax-Untersuchung 30 Prozent weniger Energie als das Vorgängermodell. Die Dosis der Röntgenstrahlung bei Herzuntersuchungen ist, abhängig von der Pulsfrequenz des Patienten, bei deutlich verbesserter Bildqualität um 33 bis 58 Prozent geringer. Darüber hinaus konnte die Menge des Bleis, das unter anderem wegen seiner abschirmenden Wirkung gegenüber der Röntgenstrahlung unverzichtbar ist, von 110 kg auf 19 kg, also um mehr als 80 Prozent, verringert werden. Diese Verbesserungen führten darüber hinaus zu einer Kostensenkung um 40 Prozent.
Die gesellschaftsbezogene Seite des Umweltschutzes, die auch für den wirtschaftlichen Erfolg globaler Unternehmen immer wichtiger wird, repräsentiert ein Siegerbeitrag aus der Türkei. Mehr als zweihundert Mitglieder zählt der dort von Siemens Mitarbeitern gegründete Umweltverein, der 2006 auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblicken konnte. Ihn setzte die Wettbewerbsjury auf Platz eins der Wettbewerbskategorie „Umweltkommunikation und gesellschaftliches Engagement“. Die Vereinsmitglieder engagieren sich freiwillig für den Umweltschutz. Sie fördern die Zusammenarbeit mit Universitäten und türkischen Umweltschutzverbänden. Für Schüler benachbarter Schulen und für Kinder von Siemens Mitarbeitern veranstalten sie Wettbewerbe um das Umweltbewusstsein zu fördern. Damit hat Siemens während der letzten sechs Jahre rund 8.000 Kinder erreicht. Für Erwachsene werden Seminare angeboten, an denen auch prominente Politiker und Künstler teilnehmen.
Wie bereits bei den Wettbewerben der vergangenen Jahre ehrte Siemens auch diesmal Initiativen, die sich durch besondere persönliche Leistungen auszeichnen. Hier hatte es der Jury ein Beitrag angetan, der Technik mit persönlichem Engagement verbindet: Die Abwärme von wassergekühlten Druckluftkompressoren wird in das Heizungsnetz des Siemens Standorts in München-Perlach eingespeist wodurch weniger Fernwärme zum Heizen benötigt wird. Bereits ein Jahr nach dem Umbau der Anlagen lagen die Einsparungen in Höhe von 145.000 Euro über den Investitionskosten von 125.000 Euro. Der Umwelt ersparte dies 930 Tonnen Kohlendioxid. Das Besondere an diesem Vorhaben liegt darin, dass die von Siemens initiierte Maßnahme von einem externen Geschäftspartner mit verwirklicht wurde. Ohne die Fähigkeit, andere zur Zusammenarbeit zu begeistern, hätte es die Umbau-Maßnahmen in München Perlach – und damit den ersten Preis in der Wettbewerbskategorie „Sonderpreis“ – nicht gegeben.
Mit der Produktumweltdeklaration oder Environmental Product Declaration (EPD), werden produktspezifische Umweltdaten dem Kunden sowie interessierten Kreisen kommuniziert. Hierzu wird der gesamte Lebenszyklus des Produkts bzw. der Produktgruppe analysiert, dokumentiert und transparent dargestellt. Siemens führt Produktumweltdeklarationen durch, die den Anforderungen der DIN ISO 14021 folgen. Bei dieser Art von EPDs handelt es sich um „umweltbezogene Anbietererklärungen“, sprich eigenverantwortlichen Aussagen der Hersteller zu den Umweltaspekten des betrachteten Produkts bzw. der Produktgruppe. Dies schließt ebenfalls die Darlegung von Bewertungskriterien sowie das gewählte Bewertungssystem mit ein.
Beispiele zu Produktumwelterklärungen einzelner ausgewählter Divisions können Sie im Internet einsehen oder anfordern:
Siemens hat sich das Ziel gesetzt, die Anzahl von EPDs der Divisions weiter zu steigern.