Siemens hat 2001 damit begonnen, eine intranetgestützte Umweltdatenbank aufzubauen, um den steigenden Anforderungen an die Umweltberichterstattung gerecht zu werden. Hierin werden weltweit die Daten von mehreren hundert Standorten und Organisationseinheiten erfasst. Mit der Integration von Brand- und Strahlenschutz wurde die Datenbank zur Berichtsplattform als Siemens Environmental and Technical Safety Information System (SESIS) weiterentwickelt.
Berichtspflichtig im betrieblichen Umweltschutz sind alle Standorte, die einen in der unten genannten Tabelle aufgeführten Schwellenwert für Ressourcenverbräuche, Abfallaufkommen oder Emissionen überschreiten:
Es werden sowohl Produktions-, Forschungs- als auch Bürostandorte einbezogen.
Die Daten sind die Basis für die Überwachung der Umweltleistung und die Umweltberichterstattung und werden einmal jährlich erhoben. Mit ihnen ist es möglich, auch quantifizierbare Umweltziele zu setzen. Neue oder akquirierte Standorte müssen innerhalb von drei Jahren im Informationssystem integriert sein.
Neben der Umweltdatenerfassung überprüfen wir jährlich, welchen Reifegrad die Umweltmanagementsysteme der Produktionsstandorte erreicht haben. Diese Überprüfung, die in Anlehnung an den internationalen Standard ISO 14001 erfolgt, wurde 2007 auch auf integrierte Arbeits- und Umweltmanagementsysteme erweitert.
Im Jahr 2007 haben wir in SESIS zusätzlich das Reporting zum Thema „Produktbezogener Umweltschutz“ neu eingeführt. Differenziert nach Siemens-Bereichen und relevanten Geschäftsgebieten wurden seither im Reporting folgende Themen erfasst:
Eine der größten Herausforderungen der letzten Zeit war es, bei dem vielseitigen Produktions- und Dienstleistungsspektrum von Siemens eine Methode zu finden, mit der die Umweltleistung gemessen und verglichen werden konnte. Transportsysteme, Kraftwerke und Kraftwerkstechnik, industrielle Automations- und Antriebstechnik, medizinische Geräte und Anlagen, Beleuchtungstechnik, Gebäudetechnik und Kommunikationstechnik haben z.B. alle eine unterschiedliche Umweltrelevanz, die wir bei der Bewertung unserer Umweltleistung berücksichtigen müssen.
Zudem kauft und verkauft Siemens immer wieder Produktionsstandorte oder sogar ganze Geschäftszweige. Ist ein umweltrelevanter Standort oder Geschäftszweig betroffen, hat dies großen Einfluss auf unsere Umweltschutzstatistik. Eines der jüngeren Beispiele ist unser Tochterunternehmen Osram: 2005 war der konzernweite Anstieg der absoluten Energieverbrauche ganz deutlich auf die Aufnahme von Osram Sylvania in den USA in den Konzern zurückzuführen.
Die größte Herausforderung bei der Bewertung der Umweltleistung auf Konzernebene ist also die Vergleichbarkeit der Umweltdaten – denn die Standorte, die 2006 zum Unternehmen gehörten, sind nicht dieselben wie die aus dem Jahr 2005. Die folgende Prinzip-Darstellung verdeutlicht dies:
Die Abkürzungen haben folgende Bedeutungen:
Um die Umweltdaten zu skalieren, verwenden wir den lokalen Werksumsatz. Damit werden Umweltauswirkung und Wertschöpfung zueinander in Beziehung gesetzt. Als Ergebnis erhalten wir folgende Formel, mit der wir die Änderung der Umweltleistungskennzahl (Effizienzänderung) – portfoliobereinigt – errechnen.
Die Parameter, die wir zurzeit betrachten, sind:
Die Änderung der Umweltleistung von einem Jahr zum anderen kann also nur für die Standorte ausgewertet werden, die in beiden Jahren zu Siemens gehört haben und auch in beiden Jahren Daten geliefert haben. Dieser Gedankengang ist auch die Grundlage für die Definition von Umweltzielen. So haben Umweltprogramme das Ziel, die Umweltleistung der Standorte zu verbessern und nicht die Umweltauswirkung durch eine geschickte Auswahl des Produktportfolios zu senken oder sich auf Geschäftszweige ohne Umweltrelevanz zu beschränken und umweltrelevante Teile auszugliedern.
Über unsere Umweltleistung berichten wir in unserem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht 2008.
Aufgrund vielfältiger Anforderungen externer Stakeholder hat Siemens 2007 beschlossen, sich beim Berichten von Treibhausgasemissionen am Leitfaden des WRI/WBCSD (World Resource Institute / World Business Council for Sustainable Development, März 2004) zu orientieren. Bei der Berechnung gehen wir nach folgender Systematik vor:
Die genaue Methode ist in unserem Leitfaden für die Berechnung von Treibhausgasemissionen dokumentiert. Nähere Angaben zu unseren Treibhausgasemissionen enthält unser aktueller Nachhaltigkeitsbericht.
Siemens hat für die Überprüfung seines Managementsystems eine abgestufte Vorgehensweise gewählt: Auf Standortebene werden jährlich interne und externe Umweltaudits im Rahmen der Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 durchgeführt. Darüber hinaus werden Audits auf allen Unternehmensebenen und in solchen Organisationseinheiten durchgeführt, für die ein Umweltschutz-Verantwortlicher verpflichtet wurde, d.h., die über eine entsprechende Umweltrelevanz verfügen.
Die Häufigkeit der Überprüfungen hängt von der Reife des Managementsystems und der Umweltrelevanz eines Standortes ab. Die Spanne reicht von alle drei Jahre stattfindenden bis hin zu jährlichen Auditierungen. In die Bestimmung des Reifegrades fließen u. a. die Ergebnisse vorangegangener Überprüfungen sowie von Selbstbewertungen ein, die im Rahmen von SESIS stattfinden.
Einmal im Jahr bewertet der Vorstand, der zur Wahrnehmung der Aufgaben im Umweltschutz benannt ist, im Rahmen des Management-Reviews, die Zielerreichung des vergangenen Jahres, den Status der Projekte sowie die Strategien für das kommende Jahr. Quartalsberichte ergänzen die Managementinformation.